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Chronik | Wien
06/07/2019

Herzinfarkt vor Spital: Staatsanwalt stellt Verfahren ein

Im Fall jenes Mannes, der nach Herzinfarkt einige Minuten vorm Krankenhaus Göttlicher Heiland warten musste, gibt es keine Anklage.

Nach dem Tod eines 63-jährigen Mannes, der am 2. November 2018 in der Nähe des Spitals Göttlicher Heiland in Wien-Hernals mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen war, ohne dass der Portier ihm unmittelbar geholfen hätte, hat die Staatsanwaltschaft Wien ihre Ermittlungen eingestellt. Behördensprecherin Nina Bussek bestätigte das am Freitag.

Gegen den Portier war wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt worden. Eine Passantin hatte den Mann auf den medizinischen Notfall aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten. Dieser verwies sie an den Notruf 144. Der Patient wurde schließlich doch von Medizinern des Spitals versorgt - allerdings erst einige Minuten später. Die ärztliche Hilfe kam zu spät.

„Es konnte nicht festgestellt werden, dass die eingetretene Verzögerung kausal für den Todeseintritt war“, erläuterte Bussek zur Verfahrenseinstellung. Auf Wunsch des beigezogenen Gerichtsmediziners, der zunächst zu diesem Ergebnis gekommen war, war von der Staatsanwaltschaft auch noch ein intensivmedizinisches Gutachten eingeholt worden. Dieses habe ebenfalls ergeben, dass das Verhalten des Portiers nur eine „minimale Verzögerung“ bewirkt hatte, die nicht ausschlaggebend für den Todeseintritt war, sagte Bussek sinngemäß.

Der Patient war am 2. November 2018 in der Nähe des Ordensspitals in der Dornbacher Straße zusammengebrochen. Als eine Passantin den Portier um Hilfe bat, verwies an den Notruf 144. Der Herzinfarkt des 63-jährigen Mannes wurde erst rund sechs Minuten später von einem Mediziner versorgt.

Das Wiener Krankenhaus Göttlicher Heiland hat sich mit der Familie des Mannes geeinigt und Richtlinien erstellt, wie künftig mit Notfällen außerhalb des Spitalsgeländes umzugehen ist.