Chronik | Wien 10.02.2017

Hassposting: Abuu S. war über Burka-Verbot verärgert

Polizei, Neusiedl am See © Bild: KURIER

Der Tschetschene war gestern wegen eines Hasspostings festgenommen worden. U-Haft wurde beantragt.

Der 16-jährige Tschetschene, der Donnerstagfrüh u.a. wegen Hasspostings von der Polizei festgenommen worden ist, hat sich in seiner Einvernahme geständig gezeigt. Er habe sich über das Vollverschleierungsgesetz geärgert, das das Verbot von Burka und Niqab im gesamten öffentlichen Raum bringt, hieß es vonseiten der Polizei.

Der Bursche wurde bis zum Abend einvernommen. Der 16-Jährige sah seine Postings u.a. gegen Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) nicht als Drohung an, sondern als seine Meinung, die er auf Facebook der Öffentlichkeit kund tat. Er betonte, dass sich die Behörde "nicht in die Religion einmischen" soll.

Der Tschetschene wurde bereits in die Justizanstalt Josefstadt überstellt. Ermittelt wird aber nicht nur wegen gefährlicher Drohung, sondern auch wegen schwerer Körperverletzung, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nina Bussek. Dabei handelt es sich nicht um den Fall eines im Netz veröffentlichten Prügelvideos, in dem einem Mädchen der Kiefer gebrochen wurde und der 16-Jährige einer der Täter sein soll. Dieser Vorfall ist bereits gerichtsanhängig. Der Bursche ist bereits einschlägig vorbestraft.

Am Freitagnachmittag wurde von der Staatsanwaltschaft U-Haft beantragt, sagte Behördensprecherin Nina Bussek. Eine Entscheidung darüber wird vermutlich am Wochenende erfolgen, hieß es vonseiten des Gerichts.

( Agenturen , and ) Erstellt am 10.02.2017