© Dominik Schreiber

Chronik Wien
09/18/2020

Großbrand auf der Donauinsel: Das ergaben die Ermittlungen der Polizei

Die Ursache für den Brand kann nicht eindeutig geklärt werden, die Betreiber wurden dennoch bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Nach dem Großbrand der Sansibar auf der Donauinsel waren im Umfeld des Lokales sofort Vermutungen nach einer Brandstiftung aufgekommen. Zu oft waren Bars im Bereich der gegenüberliegenden Copa Cagrana angezündet worden. Mitte Mai stand die Sansibar jedenfalls innerhalb von wenigen Minuten in Vollbrand.

Das Problem für die erfahrenen Ermittler des Landeskriminalamtes Wien war, dass große Bereiche des Lokals bei den Löscharbeiten ins Wasser stürzten. Beweise wurden so vernichtet, die Untersuchungen gestalteten sich enorm schwierig und waren deshalb enorm zeitaufwendig.

Dazu kam, dass die Betreiber offenbar die Ermittlungen mit falschen Angaben behindert haben. Der Betreiber Dominik E. gibt dies gegenüber dem KURIER sogar zu: „Ich habe etwas verschwiegen zu unserem Schutz."

Den Ermittlungen des Landeskriminalamtes hatten nämlich ergeben, dass - entgegen der Beteuerungen der Betreiber - doch vor dem Brand Personen am Tatort gewesen waren. Und zwar hatte es sich offenbar um eine illegal beschäftigte Putzkolonne gehandelt. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass illegal Beschäftigte im Umfeld des Lokals aufgeflogen wären.

Die Betreiber wurden nun wegen Verdachts der falschen Beweisaussage angezeigt, dieses Delikt ist mit bis zu drei Jahren Haft bedroht.

"Ich habe bei einem Punkt der Polizei gegenüber etwas verschwiegen, aber ich habe nicht gelogen", beteuert Dominik E. Ihm sei bisher nur eine Anzeige wegen der illegalen Beschäftigung eines Mitarbeiters bekannt.

In der anderen Causa (falsche Aussage) muss nun die Staatsanwaltschaft über das weitere Vorgehen entscheiden.

Bezüglich der Brandursache wird es jedenfalls kein endgültiges Ergebnis mehr geben. Laut KURIER-Informationen aus Polizeikreisen ist sowohl eine Brandstiftung als auch ein technischer Defekt möglich. So lange Letzteres nicht ausgeschlossen werden kann, ist auch eine entsprechende Anklage unmöglich. Damit bleibt die ganze Sache ungeklärt.

Betreiber Dominik E. geht jedenfalls weiterhin davon aus, dass es sich nicht um eine Feuerlegung handelt: "Wir sind immer noch erschüttert, das war unser bestes Pferd. Soweit uns gesagt worden ist, kann die Ursache durch einen elektrischen Defekt, eine Zigarette oder offenes Feuer ausgelöst worden sein."

Fest steht vorerst nur eines: Die Geschichte der mysteriösen Brände im Bereich der Donauinsel ist um ein Kapitel erweitert worden.

Verpassen Sie keine Meldung wie diese mit dem KURIER-Blaulicht-Newsletter:

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.