© LPD Wien

Chronik Wien
12/20/2021

Größte Darknet-Drogenbande in Österreich geschnappt

Eine Gruppe von drei Männern und zwei Frauen dürfte über mehrere Jahre lang den Verkauf von Cannabis im Darknet organisiert haben.

von Antonio Šećerović

In einer gemeinsamen Aktion des Landeskriminalamtes Wien und des Bundeskriminalamtes wurde am 8. Dezember eine mutmaßliche Drogenbande in Wien-Floridsdorf und im südlichen Niederösterreich geschnappt. Drei Männer und zwei Frauen sollen seit 2011 einen Darknet-Drogenverkauf organisiert haben.

Der Darknet-Verkäufer hieß "George1580", doch hinter dem Profil steckten mehrere Männer und Frauen im Alter zwischen 33 und 48 Jahren. Die Bande soll Cannabis in Niederösterreich und Wien selbst hergestellt und in alle Bundesländer verkauft haben. Die Drogen-Pakete wurden u. a. als Knuspermüsli getarnt und sollen "sehr fachmännisch" verpackt gewesen sein, schildert ein Ermittler.

Laut den Ermittlern handelt es sich um den "langjährigen Nummer eins Darknet-Dealer in Österreich". "Insgesamt gab es 9.000 Bestellungen, die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Dabei handelt es sich um mehr als 100 Kilogramm Drogen im Wert von mehr als einer Million Euro", sagte Nino Kirnbauer vom Landeskriminalamt Wien. Mit dem Verkauf soll die Gruppe Umsätze in Millionenhöhe gemacht haben. Die Gewinnsumme wird noch ermittelt, da die Ware ausschließlich mit der Kryptowährung Bitcoin bezahlt wurde.

Waffen sichergestellt

Am 8. Dezember wurde bei den Tatverdächtigen Cannabis im einstelligen Kilogrammbereich, Bargeld im fünfstelligen Eurobereich sowie drei Faustfeuerwaffen gefunden. Des Weiteren wurde ein hochwertiges Auto sichergestellt. Die Ermittler konnten fünf Plantagen mit bis zu 400 Pflanzen finden, die in Kellern und gemieteten Wohnungen gezüchtet worden sind.

Die drei Männer wurden festgenommen und sitzen in U-Haft, während zwei Frauen auf freiem Fuß angezeigt wurden. Der Hauptverdächtige – ein 34-jähriger Österreicher – verweigert derzeit die Aussage.

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