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Chronik Wien
07/14/2022

Getötete 13-Jährige: Staatsanwaltschaft Wien brachte Anklage ein

Wegen Verdachts auf Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger. Anklage bisher nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat im Zusammenhang mit dem Tod einer 13-Jährigen, die am 26. Juni 2021 auf einem Grünstreifen in Wien-Donaustadt von Passanten leblos aufgefunden wurde, gegen drei Verdächtige Anklage erhoben. Das teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nina Bussek, am Donnerstag mit. Sie müssen sich demnach wegen des Verdachts der Vergewaltigung und des schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger verantworten.

Bussek bestätigte damit einen Bericht des Online-Portals der Kronen Zeitung, krone.at. Laut dem Strafverteidiger Wolfgang Haas, der einen der drei Beschuldigten vertritt, ist die Anklageschrift bisher nicht rechtskräftig.

Vier junge Männer

Die Anklagebehörde hatte in dem Fall gegen vier junge Männer afghanischer Abstammung wegen Vergewaltigung mit Todesfolge ermittelt. Drei Verdächtige im Alter zwischen 16 und 23 Jahren konnten kurz nach dem Fund der Leiche - das leblose Mädchen war gegen einen Baum gelehnt und im Freien abgelegt worden - festgenommen werden und befinden sich seither in Haft.

Einem vierten Verdächtigen war zunächst die Flucht nach England gelungen. Nach einer internationalen Fahndung wurde der 22-Jährige Ende Juli 2021 in einem Londoner Hotel gefasst, in Auslieferungshaft genommen und Ende März der Wiener Justiz übergeben.

Drogen verabreicht

Die 13-Jährige aus dem niederösterreichischen Bezirk Tulln hatte sich am 25. Juni 2021 mit dem 16-jährigen Verdächtigen am Wiener Donaukanal getroffen, wo sie Ecstasy verabreicht bekommen haben soll. Dann soll sie vom 16-Jährigen sowie dem 22 Jahre alten Afghanen in die Wohnung des dritten, 18-jährigen Verdächtigen gebracht worden sein, wohin sich auch der 23-Jährige begab. Dort wurden dem Mädchen angeblich weitere Drogen verabreicht. Mindestens zwei der vier Männer sollen sie vergewaltigt haben.

Auf Grünstreifen abgelegt

Als die 13-Jährige das Bewusstsein verlor, wurden die Männer nervös. Die Verdächtigen dürften ihr Milch und Joghurt eingeflößt und sie unter eine Dusche gehalten haben. Doch das Mädchen zeigte keine Lebenszeichen mehr, worauf sie den Ermittlungen zufolge in einen Teppich gewickelt und auf einem Grünstreifen zwischen geparkten Pkw abgelegt wurde. Passanten entdeckten am nächsten Morgen die Leiche.

Laut krone.at unter Berufung auf die Anklage sollen die drei Beschuldigten schon zu dem Zeitpunkt, als das Mädchen in die Wohnung mitkam, beschlossen haben, es unter starken Drogeneinfluss zu setzen und gemeinsam zu vergewaltigen. Ein Zwischengutachten der Gerichtsmedizin besagte bereits, dass die 13-Jährige infolge einer Suchtmittelvergiftung und Erstickens gewaltsam zu Tode gekommen ist.

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