Landesparteitag der Wiener ÖVP

Amikal begegneten einander am Samstag ÖVP-Landesparteichef Gernot Blümel und Ex-Life-Ball-Organisator Gery Keszler.

© Kurier / Gilbert Novy

Chronik Wien
03/02/2020

Gery Keszler empört mit "Schnitzelgesicht"-Sager

Ex-Life-Ball-Organisator ging auf Konfrontationskurs mit Stadtchef Michael Ludwig - und entschuldigte sich später für "beleidigende Sätze".

von Bernhard Ichner

Für Verwunderung sorgt Ex-Life-Ball-Organisator Gery Keszler – und zwar zum wiederholten Male dieser Tage. Nachdem sein Auftritt beim Landesparteitag der Wiener ÖVP am Samstag vor allem in der LGBTIQ-Community (LGBTIQ ist Englisch und steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender/transsexuell, intersex und queer, Anm.) massiv kritisiert worden war, schoss er in den Sozialen Medien nach. In einem Facebook-Posting, das auf Twitter geteilt wurde, rechnet er nach dem Aus für den Life Ball mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ab – und dementiert, den Opernball organisieren zu wollen.

„Nein, ich bin nicht der ÖVP beigetreten, aber ich steh dazu, dass ich neugierig bin, wie türkis/grün performen wird“, schreibt Keszler da. Und er stellt klar, „dass ich Blümel bei seinem Knackarsch lieber hab als Ludwig bei seinem verschlagenen Schnitzelgesicht“. Dieser „und ein Teil seiner Helden haben am Life Ball alles verraten, wofür die SPÖ steht“.

Das bedeute aber nicht, dass er ein Problem mit der SPÖ habe, erklärt Keszler. „Wunderbare Menschen wie Renate Brauner oder Harry Kopietz“ seien auch „abserviert worden“. „Eine Barbara Prammer oder ein Rudi Hundstorfer hätten es nie soweit mit dem Life Ball kommen lassen.“

Die Reaktionen auf Twitter fallen zum Teil kritisch aus. „Echt tief“, findet die Wortwahl einer, einen „moralischen Absturz der Life-Ball-Legende“ ortet ein anderer.

„Rosa Lack“

„Zum Fremdschämen“ sei auch Keszlers Auftritt bei der ÖVP gewesen, meint man bei der Homosexuellen-Initiative (HOSI) Wien. Obmann Moritz Yvon sieht darin einen „Akt der Selbstinszenierung“ auf Kosten der Interessen von Österreichs Homosexuellen. Habe die ÖVP Wien „doch erst am Freitag im Gemeinderat gegen eine Resolution gestimmt, dass die Bundesregierung endlich für vollen Schutz vor Diskriminierung sorgen soll. Und am Tag danach gibt Keszler den rosa Lack für diese Partei.“

Yvon erinnert zudem daran, dass die ÖVP 2018 gegen die Förderung der EuroPride stimmte. Keszler biedere sich einer Partei an, „die noch jeden Fortschritt für LGBTIQ-Anliegen verzögert“ habe.

Im Büro von Stadtchef Michael Ludwig will man Keszlers Posting nicht kommentieren. Bei der SPÖ verweist man aber auf die kürzlich um 200.000 Euro erhöhte Förderung für Aids-Hilfe-Vereine, um den Ausfall von Einnahmen aus dem Life Ball zu kompensieren. Diese Vereine bekommen nun mehr als eine Million Euro jährlich.

"Unkontrollierte Wut"

Keszler war tags über nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Am Abend veröffentlichte er auf Facebook dann ein Posting, in dem er sich bei Ludwig und Blümel für seine "unqualifizierten und beleidigenden Sätze" entschuldigt.

"Das war meine durchaus falsche Reaktion auf die sehr verletzenden Anwürfe der fundamentalistischen Hardliner aus der Homosexuellen-Community", heißt es darin. "Diese Beschimpfung meiner Person hat bei mir eine unkontrollierte Wut ausgelöst, mit dem bekannten Resultat, was mir unendlich leid tut."

Vom gesamten Text seines ersten ersten Postings wolle er sich jedoch nicht distanzieren, schreibt Keszler. Sein Auftritt beim ÖVP-Parteitag sei jedenfalls keine Selbtsinszenierung gewesen. 

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