Das Dolce Vita kommt Investor Danny K. teuer zu stehen
Investor Danny K. bezeichnet sich selbst gern als „Business Angel“. Doch vom Himmel ging es für ihn auf den harten Boden der Realität. Der 53-Jährige wurde am Montag nach einem mehrere Monate dauernden Prozess im Landesgericht für Strafsachen in Wien wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung zu fünf Jahren Haft verurteilt; nicht rechtskräftig.
„Er ist als großer Investor aufgetreten, hat seinen Opfern das Blaue vom Himmel versprochen. Und auf der anderen Seite waren Leute, die eh schon absaufen und nach dem letzten Strohhalm greifen“, beschreibt Staatsanwalt Bernhard Löw am Montag.
Der gebürtige Niederländer soll einen Schaden von 1,86 Millionen Euro verursacht haben. Einer, der sich ebenfalls als Geschädigter fühlte, ist der ehemalige FPÖ-Obmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Der wartet noch immer auf Provisionszahlungen in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Strache hatte Danny K. potenzielle Geschäftspartner vermittelt. Der Angeklagte hatte vorgegeben, sich an Investments beteiligen zu wollen. „Aber alle Kunden, die ich namhaft gemacht habe, sind nicht umgesetzt worden“, schilderte Strache, der als Zeuge in der Sache aussagte.
Ohne Strache namentlich zu nennen, hatte der Staatsanwalt kurz vor der Urteilsverkündung auch dazu noch ein paar Worte: „Da haben Menschen durch Vermittlungen das ganz große Geld gewittert. Es wurden Provisionen vereinbart, die absurd waren. Dafür gehen andere Leute 30 Jahre arbeiten.“
Großer Auftritt mit dem Bentley
37 Betrugsfakten listet die Staatsanwaltschaft gegen den Mann auf. K. versprach große Investitionen über angebliche Kontakte. „Er ist mit dem Bentley vorgefahren und hat so getan, als würden Millionen fließen“, sagt der Ankläger. Doch zu zahlen hatten die Unternehmer - nämlich Vorauszahlungen für angebliche Due-Diligence-Prüfungen oder Bankberatungen. „Er hat damit sein Dolce Vita finanziert, wollte seine Lebensgefährtin beeindrucken.“
Danny K.s Verteidiger Gerhard Podovsovnik hält dagegen: „Er hatte sehr wohl die Rahmenfinanzierung, auf die er zurückgreifen hätte können. Aber wir haben eine Wirtschaftskrise. Alle Immobilienprojekte gehen den Bach runter.“ Auch K. habe sich nur zurückgezogen.
Das verwundert die Richterin. Hatte Danny K. doch vor Kurzem Einsicht gezeigt und sich umfänglich schuldig bekannt. „Halten Sie Ihr Geständnis jetzt aufrecht oder nicht?“ - „Ich hätte das Geld zurückzahlen sollen, als ich bemerkt habe, dass daraus nichts wird“, meint K.
Der 53-Jährige weist 13 Verurteilungen in ganz Europa auf. Die U-Haft seit 16 Monaten habe beim Investor Spuren hinterlassen. „Sein Blutdruck ist massiv gestiegen“, erzählt der Verteidiger. Danny K.s Aufenthalt hinter Gittern wird dennoch deutlich länger dauern.
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