Chronik | Wien
26.09.2015

Gemeinderat segnet Bauprojekt "Wildgarten" ab

Freude bei Politikern und Planern, Ärger bei Anrainern: Stadt gibt Ok für 1100 Wohnungen in Meidling - darunter 100 Gemeindewohnungen.

Dieser Tage präsentierten Bürgermeister Michael Häupl und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig neue Standorte im Rahmen der Wiener Gemeindebau-Offensive. Zum Pilotprojekt in Favoriten kommen, wie berichtet, Objekte in Mariahilf und der Leopoldstadt dazu. Ein weiterer „Gemeindebau Neu“ ist in Meidling geplant: Im Rahmen des Stadterweiterungsprojekts „Wildgarten“ werden am Emil-Behring-Weg auch 100 Gemeindewohnungen errichtet, berichtet SPÖ-Stadtentwicklungssprecher Omar Al-Rawi. Insgesamt entsteht hier Wohnraum für rund 2300 Personen.

Der Gemeinderat beschloss diese Woche die Widmung für das Großprojekt der " Wildgarten Entwicklungsgesellschaft" - einer Tochter der Austrian Real Estate (ARE) - mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und ÖVP. Das erfreut jedoch nicht jeden.

Stolz und Vorurteil

Die Bewohner der benachbarten Kleingartensiedlung erfüllt es eher mit Sorge, dass ab 2016 auf der 10,7 Hektar großen Fläche zwischen Südwest-Friedhof, Franz-Egermaier- und Emil-Behring-Weg 1100 Wohnungen entstehen sollen. Wie berichtet, gründete Anrainerin Susanne Riedl eine Bürgerinitiative. Aus Sorge um die Grün-Idylle auf dem Rosenhügel sammelte sie Hunderte Protestunterschriften gegen das Großprojekt.

Ein Dorn im Auge sind den Kleingärtnern insbesondere die geplanten Gebäude der Bauklasse 5 – Riedl und ihre Mitstreiter sprechen von „26 Meter hohen Wohntürmen“ und „Monsterbauten“. Dementsprechend sei man ob der Entscheidung des Gemeinderates „enttäuscht und wütend“. Nach Riedls Ansicht wird am Rosenhügel „ein Stück Natur zubetoniert“.

Ganz anders sieht das Al-Rawi - der selbst in Meidling wohnt. „Ich bin stolz, als örtlicher Mandatar dieses Projekt für den Bezirk mitrealisieren zu können“, sagt er. Von den 1100 Wohnungen, die bis 2022 im „ Wildgarten“ realisiert werden, sollen rund 600 freifinanzierte Miet- und Eigentumswohnungen und etwa 300 geförderte sein. Dazu kommen die Gemeindewohnungen und Raum für Baugruppen. Die ARE stellt zudem ein Nachbarschaftszentrum samt Kindergarten in Aussicht. Interessenten können sich bereits für eine Wohnung vormerken lassen.

In Ottakring könnte in der Deinhardsteingasse übrigens ebenfalls ein „Gemeindebau Neu“ entstehen. Zurzeit wird der Stadtort geprüft.