Wo feiern, wenn nicht mehr in der Bar? Wiens Bürgermeister sieht die Gefahr, dass es anderswo weitergeht.

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Chronik Wien
09/22/2020

Frühe Sperrstunde: Ludwig befürchtet Anstieg illegaler Partys in Wien

Der Bürgermeister sieht keine Notwendigkeit für 22 Uhr. Es sei dann mit mehr nicht genehmigten Treffen zu rechnen.

Für Bürgermeister Ludwig stellt es kein großes Problem dar, wenn Personen nach 22.00 Uhr an einem Tisch sitzen, wie er betonte. Es sei ihm lieber, wenn sich Menschen in der Gastronomie treffen als bei illegalen Veranstaltungen. Diese wären in Wien zuletzt ein Problem gewesen. Sollte die Sperrstunde vorverlegt werden, würden wohl "nicht alle schlafen gehen". Vielmehr sei mit mehr nicht genehmigten Treffen zu rechnen, warnte er.

Sollte man Schritte setzen, werde Wien dies gemeinsam mit Niederösterreich tun, kündigte Ludwig an. Er habe mit der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) schon darüber gesprochen, berichtete er. Ludwig erinnerte auch daran, dass Wien in manchen Bereichen auch strengere Maßnahmen gefordert habe - etwa beim Mund-Nasen-Schutz, der zunächst nur für einige Geschäfte wieder eingeführt worden war.

Opposition

Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp forderte den Wiener Stadtchef auf, standhaft in Sachen Sperrstunde zu bleiben. "Wenn die SPÖ jetzt die völlig willkürliche Vorverlegung der Sperrstunde in der Gastronomie auf 22.00 Uhr in den westlichen Bundesländern nachvollzieht, würden sich Ludwig & Co. endgültig zu Handlangern der türkis-grünen Bundesregierung machen und der Wiener Gastronomie den Todesstoß versetzen", warnte er. Vernunft und Augenmaß seien statt wahlkampfbedingter Angstmache gefordert.

Wiens ÖVP-Chef und Finanzminister Gernot Blümel appellierte hingegen an die Stadtregierung, sich Vorarlberg, Tirol und Salzburg als Vorbild zu nehmen. Wien könne sich auch angesichts bestehender Reisewarnungen weitere Gefährdungen nicht leisten, befand er in einer Mitteilung: "Je mehr Gefährdung durch das Virus, desto mehr Gefährdung für den Standort Wien." Wer Arbeitsplätze und Unternehmen in der Bundeshauptstadt schützen wolle, solle dem Beispiel anderer Bundesländer folgen.

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