Der Prozess im Landesgericht Wien

© KURIER/Michaela Reibenwein

Prozess
05/18/2016

Frau wegen Sexvideos erstochen

Die 40-Jährige starb durch zwei Stiche in den Hals.

von Michaela Reibenwein

Ein Sexvideo führte im vergangenen September zu einer tödlichen Bluttat in Wien. Aufgenommen hatte es die 40-Jährige Verica V. Und zwar ohne das Wissen ihres Lebensgefährten. Der erfuhr von der Existenz des Videos von Bekannten – denn die Frau soll es auf Facebook veröffentlicht haben. "Analsex ist unter Moslems verpönt", sagt der gebürtige Tunesier. Es kam zu einem Streit. Verica V. verblutete nach zwei tiefen Stichverletzungen am Hals auf den Stiegen ihres Wohnhauses.

"Nicht schuldig", plädiert der 45-jährige Angeklagte Samir G. heute im Landesgericht Wien.

Zwei tiefe Stiche

Er wollte nicht seine Freundin töten, sondern sich selbst. Und die Lebensgefährtin habe deshalb mit ihm um das Küchenmesser gerangelt. Doch im Endeffekt wurde die Frau am Hals durch zwei tiefe Stiche so schwer verletzt, dass sie im Stiegenhaus tot zusammenbrach.

"Das geht doch gar nicht. Sie hat mich am nächsten Tag im Krankenhaus besucht", sagt der Angeklagte. Er hat eine bewegte Drogenvergangenheit hinter sich. Genauso wie seine Freundin. Das Paar lernte sich im Drogenzentrum Jedmayer kennen. "Er ist sicher kein Engel", räumte Anwalt Philipp Wolm ein. "Aber sein Hirn wurde vom Gift aufgefressen. Er ist kein kaltblütiger Mörder." Die Verhandlung wird am 9. Juni fortgesetzt.

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