Chronik | Wien
14.03.2016

"FPÖ-Demo hilft nicht bei Lösung des Problems"

SPÖ, ÖVP, Grüne, Neos und Samariterbund üben Kritik an der für heute geplanten FPÖ-Kundgebung.

Die FPÖ auf der einen, linke Gruppierungen auf der anderen Seite. So wird sich der Liesinger Platz heute am späten Nachmittag präsentieren: Wie berichtet, rufen die Freiheitlichen ab 18 Uhr zur Protestkundgebung gegen das Flüchtlingsquartier in der Ziedlergasse auf. Nur etwa 200 Meter davon entfernt positionieren sich schon ab 17 Uhr Grüne, Österreichische Hochschülerschaft, die "Offensive gegen rechts" sowie die "Plattform für eine menschliche Asylpolitik" gegen "den rassistischen Aufmarsch der FPÖ".

Als Redner sind derenParteichef HC Strache, Vizebürgermeister Johann Gudenus und Bezirksobmann Wolfgang Jung angekündigt. Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer sollte ebenfalls ans Mikrofon treten, er sagte seine Teilnahme aber aus "terminlichen Gründen" kurzfristig ab.

Alle gegen die FPÖ

Seitens der Bezirkspolitik hat man kein Verständnis für die blaue Demo: "Zumal das Flüchtlingsquartier bereits da ist, durch diese Kundgebung wird sich nichts ändern", wie ÖVP-Klubobmann Ernst Paleta betont. Mit einer gemeinsamen Pressekonferenz demonstrierten SPÖ, ÖVP, Grüne, Neos und Arbeiter-Samariterbund (der das Notquartier mitbetreut) Montagfrüh Einigkeit.

Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SP) unterstrich einmal mehr, dass man gewillt sei, einen Beitrag zur Unterbringung von Flüchtlingen zu leisten. Die FPÖ schüre dagegen bloß Emotionen, um politisches Kleingeld zu wechseln. "Zur Problemlösung oder zu einem konstruktiven Dialog trägt das nicht bei." Die Demo der Linken sei da ebenso wenig hilfreich.

Staus und Verspätungen

ÖAMTC und Wiener Linien rechnen mit Verkehrsbehinderungen infolge der Kundgebungen. Auf der Breitenfurter Straße und am Liesinger Platz wird es zwischen 17 und 21 Uhr zu Sperren kommen. Verzögerungen könnte es bei den Buslinien 60A, 61A, 62A, 64A und 66A geben.

In der Ziedlergasse, wo Platz für maximal 750 Menschen ist, leben indes bereits 56 Flüchtlinge; in erster Linie Familien mit Kindern. "Das sind Menschen, die bei uns Schutz und Frieden suchen. Die verstehen nicht, warum ausgerechnet sie hier so viel Angst auslösen", sagt Oliver Löhlein vom Samariterbund. Für besorgte Anrainer wurde eine Hotline eingerichtet: 0676/83112842.