Chronik | Wien
11.04.2013

Feinstaubbelastung in U-Bahn höher als auf Straße

Stationen in der Innenstadt und nicht klimatisierte Garnituren am stärksten betroffen.

Dass auf viel befahrenen Straßen Feinstaubbelastung vorherrscht, ist bekannt. Dass diese in U-Bahnen und auf Bahnsteigen bis zu fünf Mal höher ist, ist allerdings neu. Dieses Ergebnis zahlreicher Studien weltweit präsentierte Vasiliki Assimakopoulos von der Universität Athen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz auf der Generalversammlung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien.

Laut Assimakopoulos entsteht der Feinstaub von den Bremsen der U-Bahnen, der Tunnelverkleidung, aber auch aus Ventilationssystemen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein U-Bahn-System alt oder neu ist. In tief liegenden Stationen und mittleren U-Bahn-Wägen ist die Situation besonders schlimm. Lediglich in klimatisierten Waggons ist die Feinstaubbelastung geringer.

Langfristige Folgen

Auch die CO2-Werte in den Zügen übersteigen an besonders heißen Tagen die Grenzwerte für Innenräume. Dies würde sich prompt auswirken - man wird davon müde und schläfrig – und danach recht schnell wieder verschwinden. Die Feinstaubbelastung hätte hingegen laut Studien Langzeitfolgen, sie könne zu chronischen Beschwerden wie Asthma und Herzkreislauferkrankungen führen, so die Forscherin.

Assimakopoulos hatte mit ihren Kollegen im besonders heißen Sommer 2012 die Feinstaub-Situation in Athener U-Bahn-Garnituren und -Bahnsteigen untersucht. Die Athener U-Bahn ist relativ neu und erst seit 2000 in Betrieb, erklärte sie. Die Forscher fanden heraus, dass die Feinstaubkonzentrationen im U-Bahn-System im Schnitt zwei- bis fünfmal höher waren als jene draußen auf der Straße.