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Chronik | Wien
06/27/2019

Explosion in Wien: Viele Fragezeichen rund um das Unglück

Wie kam es zu dem Unglück im vierten Wiener Gemeindebezirk und was bedeutet das für die Bewohner?

Nach der Explosion in einem Gemeindebau in der Preßgasse im vierten Wiener Gemeindebezirk, stellen sich auch am Tag danach einige Fragen:

Was war die Ursache für die Explosion?

Bisher wird eine Gasexplosion vermutet. Experten äußern aber Zweifel: Damit es dazu kommen kann, muss der Gas-Anteil in der Luft zwischen 4,4 und 16,5 Prozent liegen. Der geringe Druck in den Gasleitungen mache dies unwahrscheinlich, sagt der Innungsmeister der Wiener Installateure, Robert Breitschopf. Außerdem müsste sich das Gas eigentlich über den Kamin verflüchtigen.

Welche andere Ursache könnte es geben?

Darauf gibt es noch keine Antwort. Neben einem Gebrechen der Gasleitung kann vieles zu eine Explosion führen.

Besteht die Gefahr einer erneuten Gasexplosion?

Das betroffene Gebäude und die umliegenden Häuser wurden vom Gas- und Stromnetz genommen. Messungen der Wiener Netze im Keller des beschädigten Gebäudes haben gezeigt, dass die Hausleitungen nicht undicht sind.

 

Waren Schäden an der Gasleitung bekannt?

Nein. Laut Wiener Wohnen wurde der Gemeindebau im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen überprüft. Die letzte Überprüfung fand 2017 bis 2018 stand. Zuletzt saniert wurde das Gebäude 2006 bis 2007.

 

Welche Häuser sind noch gefährdet?

Das Haus in der Preßgasse ist bis auf Weiteres stark einsturzgefährdet. Vielleicht muss es sogar abgerissen werden. Darüber entscheidet ein Bausachverständiger, sobald das Haus stabilisiert wurde. Die umliegenden Bauten sind stark beschädigt, aber nicht unmittelbar vom Einsturz bedroht. Die Feuerwehr Wien geht derzeit davon aus, dass sie das zerstörte Gebäude erst in einigen Tagen an eine Baufirma übergeben kann.

Wie geht es jetzt für die Bewohner weiter?

Der Großteil der geretteten Anrainer konnte bei Freunden oder Familie unterkommen. Nur wenige mussten in ein Notquartier. Die Bewohner umliegender Häuser werden wohl bald dauerhaft in ihr Heim zurückkehren können. Für die Anrainer des Hauses in der Preßgasse 2 wird es länger dauern: Zuerst muss das Haus stabilisiert werden, die Trümmer müssen entfernt werden. Danach wird geklärt, ob ein gefahrloses Erreichen der Wohnungen möglich ist und ob Wohnungen bewohnbar sind.

 

Wie lange bleibt die Preßgasse gesperrt?

Die Aufräumarbeiten könnten im schlimmsten Fall noch mehrere Wochen dauern. Wie lange die Straße gesperrt bleibt, ist unklar. Die nahe liegende Buslinie 59A wird vorerst durch den großräumigen Feuerwehreinsatz über eine geänderte Route entlang der linken Wienzeile geführt. Nach den gröbsten Aufräumarbeiten, fährt der Bus wieder die normale Route.

Kann eine Gasexplosion verhindert werden?

Das Wichtigste ist, die Gastherme in regelmäßigen Abständen überprüfen zu lassen. Außerdem sind Arbeiten an Geräten mit Gasanschluss unbedingt vom Experten durchführen zu lassen.