900 Lkw: So extrem ist der ESC-Aufbau in der Wiener Stadthalle

Blick hinter die Kulissen: In der Stadthalle wird Tag und Nacht für den Eurovision Song Contest gearbeitet. Auch die Bühne nimmt Form an.
Aufbau der Bühne für den ESC in der Stadthalle

Seit Anfang der Woche herrscht in der Wiener Stadthalle Hoch- und Schichtbetrieb. Die Aufbauarbeiten für den 70. Eurovision Song Contest sind voll angelaufen, gearbeitet wird täglich in zehnstündigen Tag und Nachtschichten.

Man sei 38 Tage vor Beginn des Riesenevents „schon gut vorbereitet“, betont Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bei einer Begehung am Donnerstag (hier geht's zum Video).

Auch der ORF ist seit Beginn der vergangenen Woche in der Stadthalle „schon heimisch geworden“, erklärt ORF-Interims-Generaldirektorin Ingrid Thurnher. Sie verspricht ESC-Fans ein „rundum 360-Grad-Erlebnis“ und ein „großartiges Musikfest“. 

Und dieses soll bekanntlich auch die Kassen der Stadt füllen, wie Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) ergänzt. Sie rechnet durch den ESC mit vielen Gästen und dadurch mit einer steigenden Wertschöpfung.

Gut im Zeitplan

Aktuell stapeln sich in der Stadthalle noch die Kisten und am Boden sind unzählige Beleuchtungsgerüste vorbereitet. Sie hängen an etlichen Ketten, die aus der Hallendecke ragen, um sie später hochzuziehen. Die künftige Form der Bühne und vor allem deren Dimensionen lassen sich so bereits erahnen.

Dabei ist noch nicht einmal die ganze Technik angeliefert. Insgesamt 900 Lkw-Ladungen sind geplant, die ganz genau getaktet werden müssen, wie ESC-Head of Production, Daniel Hack, erklärte. Ein Stau – egal ob auf Wiens Straßen oder den Gängen der Stadthalle – darf sich da keiner bilden.

Aufbau der Bühne für den ESC in der Stadthalle

Die Form der Bühne für den ESC 2026 lässt sich schon erahnen.

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Die Hälfte der Schweinwerfer und 75 Prozent der Gerüste sind schon vorbereitet.

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Insgesamt braucht es 900 Lkw-Lieferungen, bis 19. April soll alles in der Halle sein.

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Machten sich vor Ort ein Bild: Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak und Bürgermeister Michael Ludwig (beide SPÖ), ORF-Interims-Generaldirektorin Ingrid Thurnher und Norbert Kettner, Chef von Wien Tourismus.

Jede einzelne Kiste muss aus Sicherheitsgründen mit Spezialgeräten durchleuchtet werden, ähnlich wie am Flughafen. Mit dem wird daher auch zusammengearbeitet, ebenso mit dem Zoll und der Polizei. Man liege aber „gut im Zeitplan, alles fein“, sagt Hack.

Einblick in die Zeitpläne

Bis zum 19. April habe man voraussichtlich alle Anlieferungen in der Halle und ab 24. April sollen die ersten Proben stattfinden. Ab 29. April gelte in der Stadthalle dann „Flughafensicherheit“, wie Sicherheitsexperte Herbert Wagner ausführte.

Grafik 70. Eurovision Song Contest

Um die Zeitpläne einzuhalten, sind zu Spitzenzeiten bis zu 300 Personen am Aufbau beteiligt. Ausgerollt wird für rund 17.000 Fans sowie Künstlerinnen und Künstler über 3.700 Quadratmeter Teppich. Die beiden Shows zum Halbfinale am 12. und 14. Mai sowie das große Finale am 16. Mai werden mit 28 Livekameras eingefangen.

Gerechnet wird mit rund 170 Millionen Zuschauern weltweit. In der Stadthalle selbst werden insgesamt 515 Quadratmeter LED-Flächen montiert – das entspricht 678 Fernsehern mit 55 Zoll Diagonale oder rund 72 Parkplätzen oder zwei Baseballfeldern.

Wien kann Song Contest, die Stadthalle kann Song Contest.

von Thomas Waldner

Chef der Wiener Stadthalle

Einen speziellen Platz im Entree, an dem viele Tausende Menschen in den kommenden Wochen vorbeigehen werden, bekommt ein Geschenk aus der vorjährigen ESC-Ausrichterstadt Basel in der Schweiz: die potenziell kultige Fastnachtslaterne mit Vorjahressieger JJ.

Die Laterne sei das „Symbol der guten Übergabe“ von Basel nach Wien, ein Staffelholz für einen gut funktionierenden ESC, sagt Ludwig.

Dass man das Großevent gut über die Bühne bringen wird, versichert beim Rundgang Stadthallen-Chef Thomas Waldner. Die Stadthalle werde sich jedenfalls „von ihrer besten Seite“ und trotz ihres Alters (sie ist seit 1958 die größte Multifunktionshalle Österreichs) als „State of the Art-Arena“ präsentieren. „Wien kann Song Contest, die Stadthalle kann Song Contest“, ist Waldner überzeugt.

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