Was die Österreicher wirklich über den Song Contest in Wien denken
Seit Wochen stimmt sich Wien auf den bevorstehenden Eurovision Song Contest (ESC) ein. Neben unzähligen Begleitveranstaltungen, eigens gebrautem Bier der Ottakringer Brauerei und durchgehender Inszenierung aller Beteiligten auf Social Media scheint die Hauptstadt im ESC-Fieber zu sein.
Doch nicht alle lassen sich davon mitreißen. Das Marktforschungsinstitut „TQS Research & Consulting“ befragte 1.000 Österreicher und Österreicherinnen im Alter von 16 bis 65 Jahren zum Song Contest.
Über ein Drittel negativ
Laut Umfrage empfinden zwar 44 Prozent der Befragten das Event als positiv, jedoch stehen 38 Prozent dem Spektakel negativ gegenüber. Zwischen Vorfreude und Skepsis zeigt sich: Der ESC begeistert nicht alle gleichermaßen. Und das knapp zwei Monate vor dem Event, denn die Befragung wurde von 13. bis 20. März durchgeführt.
Auch wirtschaftlich gehen die Einschätzungen auseinander. Experten prognostizieren rund 57 Millionen Euro Anstieg bei der Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sowie eine Wertschöpfung von etwa 52 Millionen Euro – beides kurbelt die Wirtschaft an. Die Mehrheit der Bevölkerung zweifelt jedoch daran. Laut Umfrage glauben 54 Prozent nicht an einen wirtschaftlichen Erfolg.
Dabei sollen Tourismus, Gastronomie und Hotellerie deutlich, ebenso wie Kreativ- und Technikbranchen profitieren. Zusätzlich schaffe der ESC rund 550 temporäre Arbeitsplätze sowie einen internationalen Werbewert von etwa 730 Millionen Euro.
Demos erwartet
Der ESC sorgt nicht nur in der Wirtschaft für differenzierte Meinungen, sondern auch im politischen Spektrum. Die Teilnahme Israels im Kontext des Gazakrieges spaltet: 31 Prozent der Befragten sind für die Teilnahme, 33 Prozent sind dagegen. Gleichzeitig befürworten 47 Prozent weiterhin den Ausschluss Russlands, während 26 Prozent hoffen, dass das Land wieder zum Song-Contest zugelassen wird.
In der Stadt wird daher nicht nur gefeiert. Israel-kritische Aktivisten haben für den Finaltag des ESC am Samstag, 16. Mai, bereits zu einer Demonstration in Wien aufgerufen.
Laut Polizei sei man aber auf mögliche Demonstrationen vorbereitet. Auch wurde am vergangenen Mittwoch das Sicherheitskonzept rund um den ESC präsentiert – der KURIER berichtete.
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