ESC: Staatsschutz prüft Tausende Mitarbeiter
Zwei Lkw stehen vor der Stadthalle, die Ladeflächen geöffnet. Im Inneren der Fahrzeuge befindet sich Bühnenequipment, das darauf wartet, in die Eingangshalle geschleppt zu werden.
Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen findet derzeit der Aufbau der Song-Contest-Bühne statt. Rund 3.500 Tonnen Material wird in den kommenden Wochen in die Stadthalle gebracht.
Jede Kiste, jedes Paket, jeder Rucksack, der den Eingangsbereich der Stadthalle passiert, wird vom Zoll gescannt. „Unser Team der mobilen Kontrolle ist dabei, mit speziellen Geräten wie einem Scan-Fahrzeug alle Warenlieferungen zu durchleuchten“, sagte Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP), Staatssekretärin im Finanzministerium, bei einem Medientermin am Mittwoch.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) zeigte sich dabei zuversichtlich: "Ich bin davon überzeugt, dass wir Mitte Mai ein friedliches und vor allem sicheres Musikfest in Österreich feiern werden." Wien und Österreich hätten nicht zuletzt in Sicherheitsfragen eine langjährige Erfahrung mit Großevents.
15.000 Personen geprüft
Die Finanzpolizei ist dafür zuständig, alle Mitarbeiter der Sicherheitsfirmen überprüfen.
Nicht nur die werden genau unter die Lupe genommen. „Alle Kolleginnen und Kollegen, die hier täglich im Einsatz sind, angefangen vom Caterer bis hin zu Tontechniker, werden von uns überprüft und allfällige Gefährdungen aufgezeigt“, erklärte Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan.
In der Stadthalle gilt „Flughafensicherheit“ mit Metalldetektoren, Spürhunden und einer No‑Bag‑Policy.
Wie relevant diese sind, zeigte sich vor zwei Jahren am Taylor-Swift-Konzert im Ernst-Happel-Stadion. Einer der Verdächtigen soll sich damals als Bühnenarbeiter Zugang zum Stadion verschafft haben. Als diese Sicherheitslücke an die Öffentlichkeit kam, wurde der Ruf nach strengeren Sicherheitschecks beim Personal von Großveranstaltungen laut. Teilweise würde nicht einmal geprüft werden, ob die Personen vorbestraft seien, hieß es damals von der Gewerkschaft Vida.
Internationale Standards bei Sicherheitsüberprüfungen
Beim ESC werden insgesamt jedenfalls 15.000 Personen überprüft, ein Viertel davon habe man bereits abgearbeitet. Wie viele schwarze Schafe das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung dabei bereits identifizierte, wurde nicht bekannt gegeben. „Es gibt internationale Standards bei den Sicherheitsüberprüfungen. Der Fokus liegt auf dem Staatsschutz. Also wenn es da Vorkommnisse oder Kenntnisse in diese Richtung gibt, ist das natürlich ein Ausschlusskriterium“, sagte Csefan.
Gabriel Berkes, Kommandant der Diensthundeeinheit bei der Wiener Polizei: „Wir haben jeden Tag zwei Hunde im Einsatz, aber je nach Anlieferungen können wir flexibel aufstocken.“
Strikte „No-Bag-Policy“
Geprüft werden nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch Maßnahmen auf allen öffentlichen Plätzen, die in Zusammenhang mit dem ESC stehen. So etwa der Rathausplatz. „Es gibt für den Rathausplatz ein Riesen-Sicherheitskonzept, genau wie in der Stadthalle. Bei der Eröffnungsfeier kommen die Delegationen aus dem Theater gegenüber heraus und gehen direkt zum Rathaus. Da wird alles abgesperrt, auch am Ring“, schilderte Csefan.
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