Chronik | Wien
13.05.2018

Erstochenes Mädchen: Familie mit Hasspostings konfrontiert

Der Tod der Siebenjährigen lässt auch in den sozialen Medien die Wogen hochgehen. Dabei wird auch die Familie attackiert.

Am Sonntag gab die Polizei neue Details zu dem Tod des siebenjährigen Mädchens bekannt, dass am Samstag tot aufgefunden worden war. Die Siebenjährige war durch einen Stich in den Hals getötet worden. Ansonsten gab man sich vonseiten der Exekutive äußerst bedeckt: Aus kriminaltaktischen Gründen würden zu den derzeitigen Ermittlungen keine weiteren Angaben gemacht.

Der Tod des jungen Mädchens führte aber nicht nur zu zahlreichen Beileidsbekundungen in den sozialen Medien, sondern auch zu Hasspostings in verschiedenen Foren. So berichtet der Standard, dass in der Facebook-Gruppe "FPÖ" - mit der die Partei nichts zu tun haben will - der tschetschenische Migrationshintergrund der Familie zum Anlass genommen wird, die Angehörigen zu attackieren. So zitiert der Standard Nutzer, die vom "Gesindel" sprechen, dass heimgeschickt werden soll, und bedauern, dass "echte Nazis ausgestorben" seien.

Spekulationen und Hass

Neben zahlreichen Spekulationen über die Tat und den Tathergang, geht es in vielen Fällen vor allem um die Herkunft der Familie. Der Standard bringt als Beispiel ein Posting im Online-Forum der Kronen Zeitung, in dem ein User fragte: "Was machen überhaupt die ganzen Tschetschenen bei uns?" Der mittlerweile gelöschte Beitrag bekam hundertfache Zustimmung anderer User. Nur einen Tag später taucht der selbe Beitrag jedoch schon wieder unter dem aktuellsten Artikel der Kronen Zeitung auf. Und auch dieser Beitrag gefällt hunderten Usern.

Ebenfalls zum Thema gemacht wird das Verschwinden des Mädchen. Die Krone verbreitet dabei sogar Spekulationen in ihrem Artikel, indem sie einen User zitiert, der in den Raum stellt, dass "niemand nach der Kleinen geschaut" habe. Auch unter den aktuellen Artikeln zur Thematik finden sich zahlreiche abwertende Kommentare in Bezug auf die Familie des Mädchens.

Klare Zielgruppe

Dass derartige Vorfälle immer öfter dazu genutzt werden über die sozialen Medien Gerüchte, Falschmeldungen oder Hasspostings zu verbreiten ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Erst Ende des letzten Jahres war das Wiener Neujahrsbaby mit einer Flut an Hasspostings konfrontiert worden. Dass das Baby Asel eine Mutter hat, die ein Kopftuch trägt, nahmen einige Inernetnutzer zum Anlass, sich zu empören.

Der Hass im Netz hat dabei eine klare Zielgruppe: So ergab eine Analyse der Beratungsstelle #GegenHassimNetz, dass sich die Postings am häufigsten gegen Moslems und geflüchtete Personen richten (der KURIER berichtete).