Chronik | Wien
01/30/2016

Ersticktes Au Pair in Wien: Polizei sucht Gambier

Hinweise auf Verbrechen verdichten sich. Exekutive sucht nach einem Mitbewohner des Opfers.

Das am Dienstag tot in ihrer Wiener Wohnung gefundene US-Au-pair-Mädchen dürfte, so der Ermittlungsstand nach der Obduktion, Opfer einer Bluttat geworden sein. "Wir ermitteln auch in Richtung Mord", erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nina Bussek am Freitag. Ergebnisse des angeordneten toxikologischen Gutachtens liegen bisher noch nicht vor.

Die 25-Jährige könnte von einem oder mehreren Tätern im Vorfeld betäubt worden sein – eventuell auch, um sie gefügig zu machen. Denn auch ein Sexualdelikt wird vorerst noch nicht ausgeschlossen. Die Studentin lag halb bekleidet mit dem Kopf nach unten auf einer Matratze. Neben der Leiche befand sich eine Blutlache. Stich-, Schuss- oder Schlagverletzungen wurden nicht festgestellt.

Mann aus Gambia gesucht

Zum Verhängnis könnte der Amerikanerin ihre Hilfsbereitschaft geworden sein: In den vergangenen Monaten soll die Deutsch-Studentin öfters Touristen in ihrer kleinen Wohnung in Wien-Wieden beherbergt haben. Nachbarn gaben diese Beobachtungen zu Protokoll.

Im Zuge der Ermittlungen tauchte auch das Gerücht auf, dass Lauren M. einen Mann aus Gambia bei sich wohnen ließ. Freitag bestätigte die Polizei, dass diese Spur verfolgt wird: "Wir wollen mit diesem Mann reden". Als konkrete Spur oder dringend Tatverdächtig gilt der Afrikaner jedoch noch nicht. Wie schnell der Mitbewohner des Opfers gefunden wird, bleibt allerdings fraglich: Er soll abgeschoben werden und dürfte in Wien ohne polizeiliche Meldung als "U-Boot" leben. Lauren M. arbeitete in Wien als Kindermädchen und galt als zuverlässig, gebildet und sozial.