Pizza-Weltmeister Francesco Calò ist Inhaber der Enopizzeria „Via Toledo“ in der Laudongasse 13.

© Kurier/KURIER/Nicholas Bettschart

Chronik Wien
11/21/2019

Die weltbeste Pizza gibt’s in Wien

Francesco Calò von der Enopizzeria „Via Toledo“ überzeugte die Fachjury bei der Pizza-WM gleich mit drei Kreationen.

von Anna-Maria Bauer, Laura Schrettl, Bernhard Ichner

Hauchdünner weicher Teig, eine würzige Tomatensauce, durchmischt mit leichtem, mildem Käse. So schmeckt also die beste Pizza Margherita (9,90€) der Welt.

Gebacken hat sie Francesco Calò, Inhaber der Wiener Enopizzeria „Via Toledo“ in der Laudongasse 13 in der Josefstadt. Bei der DOC-Pizzaweltmeisterschaft (Denominazione di origine controllata, Anm.), die vor Kurzem in Nocera Inferiore in der italienischen Provinz Salerno stattfand, wurde er zum besten italienischen Koch der Welt („Miglior Pizzaiolo Italiano nel Mondo“) gekürt.

Calò konnte sich unter mehr als 360 Teilnehmern in drei der 14 Wettbewerbe durchsetzen: Mit seiner Pizza Margherita, der Pizza Classico und seiner eigens kreierten Gourmet-Pizza.

Geschmackserlebnis

Beim KURIER-Lokalaugenschein holt der 33-Jährige gerade die zweite Gewinner-Pizza nach nur 90 Sekunden aus dem 450 Grad heißen Ofen: Die Gourmet-Pizza (17,50 €) mit Zucchinicreme, Fiordilatte, marinierten Zucchini, Provolone del Monaco und Minze.

Die säuerlichen marinierten Zucchini mischen sich mit der fruchtigen Minze und cremigen, weichen Käse – zweifellos ein besonderes Geschmackserlebnis. Für Freunde der klassischen Pizzavarianten, ist es auf den ersten Bissen aber doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Wein statt Bier

Zum Teil sind die Rezepte seit Generationen im Familienbesitz, neue Kombinationen fallen Francesco Calò beim Probieren ein. Ihn reizt die Verbindung von neapolitanischer Tradition mit ungewöhnlichen Zutaten – die alle aus Kampanien stammen.

Calò stammt allerdings aus Apulien. Vor sieben Jahren zog es ihn von dort nach Wien. Zunächst arbeitete er bei der Pizzeria Riva (siehe rechts), bis er vor drei Jahren den Sprung in die Selbständigkeit wagte und ein Restaurant in der Josefstadt eröffnete. Die Gäste sollen sich hier wie in einer Gasse Neapels fühlen.

Eine Besonderheit ist schon die Lokalbezeichnung: Enopizzeria – damit bringt Calò die Verbindung von Wein und Pizza Ausdruck. Die herkömmliche Kombination Pizza und Bier liege einfach zu schwer im Magen, sagt der Fachmann. Darum wird dem Gast in der Speisekarte zu jeder Pizza gleich der passende italienische Wein empfohlen.

Aber was ist denn nun das Wichtigste bei einer guten Pizza? „Der Teig“, verrät der Weltmeister. Zunächst wird lediglich Mehl mit Wasser vermengt, das muss dann vier Stunden rasten. Anschließend mengt der Pizzaiolo die restlichen Zutaten (Salz, Olivenöl, etc.) bei. Daraufhin rastet der Teig im Kühlschrank für ganze 48 Stunden.

Ein Tipp vom Profi

Unterdessen ist Francesco Calò mit seiner dritten prämierten Pizza fertig geworden. Der Pizza Classico mit Fiordilatte, gelben Kirschtomaten, rotem Tomatenfilet und Sardellen aus Cetona (15,90€). Die Kombination aus saftigem Fruchtfleisch, salzigen Sardellen und mildem Weichkäse überzeugt auch die KURIER-Tester.

Bevor er serviert, verrät Calò noch, wie seine Pizze mit dem „hauchdünnen fluffigen Teig“ am besten aufgeschnitten werden. Und zwar mit einer Schere. Die Messer am Tisch erfordern ungleich mehr Kraftaufwand und schneiden weniger präzise.

Info: 8., Laudongasse 13, geöffnet Montag bis Mittwoch, 15 bis 22.30 Uhr, Donnerstag bis Sonntag, 12 bis 22.30 Uhr. Telefon: 0660/7551672