© Foto: Michaela Bruckberger

Chronik | Wien
06/03/2019

Die erste Patientin im Krankenhaus Nord wurde behandelt

Nach drei Jahren Verzögerung startete am Montag offiziell der medizinische Betrieb im neuen Floridsdorfer Spital.

Es ist vollbracht: Nach einer Verzögerung von drei Jahren und enormen Kostenüberschreitungen wurde am Montagfrüh offiziell die erste Patientin im Krankenhaus Nord aufgenommen: „Das Spital wirkt sehr freundlich und einladend. Ich gehe davon aus, dass sich hier auch sehr viel High-Tech verbirgt“, sagt Michaela Steiner, die sich routinemäßig an diesem Vormittag einer Magenspiegelung unterziehen muss. Davor bekommt sie aber noch von Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ) einen Blumenstrauß überreicht.

Das Team, das sie betreut, kennt sie schon aus dem Krankenhaus Floridsdorf, wo sie bisher in Behandlung war. Wie berichtet, zogen die rund 600 Mitarbeiter des nun aufgelassenen Spitals als erste in das neue Krankenhaus, wo im Endausbau im Herbst rund 2.000 Personen arbeiten werden.

Am Premierentag geht es im neuen Großspital mit 800 Betten noch eher ruhig zu. Nur sporadisch treffen Patienten beim Info-Desk direkt beim Eingang ein. Vereinzelt sind dafür noch Handwerker in den Gängen unterwegs. Auch die Cafeteria und die Geschäfte im Erdgeschoß sind noch geschlossen.

„Heute ist der Andrang noch überschaubar“, sagt auch Primar Christian Sebesta, Leiter der Abteilung für Innere Medizin. Am Wochenende seien aber schon die ersten Notfallpatienten mit der Rettung angeliefert worden. Das Krankenhaus Nord übernimmt fürs Erste das Rettungskontingent vom Krankenhaus Floridsdorf, später wird es ausgeweitet.

Laut Sebesta seien die Übersiedlung und die sonstigen Abläufe bis dato wie am Schnürchen verlaufen. Er spricht von einer „großen Euphorie“ der Mitarbeiter im neuen Spital. „Es ist ein sehr großzügiges, helles Spital. Die Stationen sind so angeordnet, dass die Wege sehr kurz sind“, ist der Mediziner zufrieden. Auch er ist aus dem Krankenhaus Floridsdorf übersiedelt, dessen Bausubstanz schon ziemlich in die Jahre gekommen war.

Apropos Übersiedlung: Auch die rund 200 Mitarbeiter des Orthopädischen Spitals Gersthof haben diese schon  am 31. Mai hinter sich gebracht. Am 11. Juni nimmt auch ihre neue Abteilung – Orthopädie und Traumatologie - ihren Betrieb auf. Der medizinische Vollbetrieb des Spitals wird dann voraussichtlich im September erreicht sein.