Hauptbahnhof

© KURIER/Dominik Schreiber

Pächterstreit
03/09/2017

Der Brandschutz hemmt den Hauptbahnhof

ÖBB: "Würden gerne mehr machen". Laut Betreibern Umsatzplus von 29 Prozent im Vorjahr.

von Dominik Schreiber

"Geschäftesterben am Hauptbahnhof" und "Hauptbahnhof: Shoppingcenter falsch dimensioniert?" lauteten in den vergangenen Wochen die KURIER-Schlagzeilen.

Am gestrigen Mittwoch trafen sich einige der Beteiligten in der daneben liegenden ÖBB-Zentrale, anschließend sprachen die Verantwortlichen Klartext: "Für rund 20 Geschäfte wird heuer die Miete reduziert, damit es kein Pächtersterben gibt", erklärt Franz Hammerschmid von der ÖBB-Infrastruktur. Es gehe aufwärts, aber die erhofften Ziele bei den Konsumentenzahlen seien noch nicht ganz erreicht. Bisher würden erst 30 Prozent der Besucher aus dem umliegenden Grätzel kommen, beim Westbahnhof seien es rund 50. Allerdings werden noch tausende Wohnungen im Umfeld gebaut, dazu wird die U1 Richtung Süden verlängert und soll dann neue Besucher bringen. Am Ende wird es sogar mehr als die ursprünglich prognostizierten 120.000 Besucher geben, man rechne mit rund 145.000 pro Tag.

Die ÖBB sehen den Brandschutz als Hemmschuh für die Entwicklung des Hauptbahnhofes. "Nach Kaprun ist man sehr sensibel und wir haben im Bahnhof Dieselloks. Wir würden gerne mehr machen, aber für alles benötigen wir mindestens zehn Unterschriften von allen beteiligten Abteilungen und Behörden", sagt Hammerschmid. Deshalb habe man etwa bisher nur einen Wasserfall als Attraktivierung geschafft: "Der besteht aus Wasser und Stahl, das kann beides nicht brennen." Die ÖBB würden gerne mehr Sitzgelegenheiten schaffen.

"Mehr Wohlfühlfaktor"

"Wir brauchen mehr Wohlfühlfaktor", betonten auch die Vertreter von Heindl-Schokolade und Manner. Dass selbst eine starke Marke wie Manner am Anfang eine Mietpreisreduktion in Anspruch nehmen musste, ist ein deutliches Zeichen. Nun gehe es besser, aber es seien PR-Maßnahmen notwendig, betonen die Pächter. Das Aufstellen von Blumen oder Weihnachtsmärkte abzuhalten, das bereite aber wiederum Probleme mit dem Brandschutz, betonen die ÖBB. Man bemühe sich allerdings, hier mehr zustande zu bringen. Der Endausbau des gesamten Bahnhofareals wird erst 2020 erreicht, bis dahin würde die Kundenzahl ohnehin auch weiter steigen.

Die Leute müssen erst lernen, dass es hier ein Einkaufscenter gibt", sagt Christoph Augustin, CEO der für das Einkaufscenter zuständigen ECE. Anlaufzeiten von zwei bis fünf Jahren bei solchen Zentren seien üblich. Augustin sieht den Hauptbahnhof jedenfalls als "Erfolgsprojekt". "Von den aktuell 86 Shops haben 81 im Vorjahr ein Umsatzplus gemacht. Insgesamt betrug die durchschnittliche Umsatzsteigerung 29 Prozent. Der Anfang war schwer, aber die Richtung stimmt", meint Augustin. Nun müsse man noch an den Stellschrauben drehen.
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