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Chronik Wien
02/27/2020

Coronavirus: Diese drei Spitäler werden im Notfall komplett geräumt

Bei hohem Patientenaufkommen werden das Kaiser-Franz-Josef-Spital, das KH Hietzing und das Otto-Wagner-Spital für Erkrankte freigemacht.

von Josef Gebhard, Katharina Zach

Insgesamt stehen in den Wiener Spitälern derzeit rund 690 Betten für die Behandlung von Corona-Patienten zur Verfügung.

Sollte das nicht ausreichen, können im Bedarfsfall mehrere Spitäler gänzlich geräumt werden, um die Erkrankten zu versorgen. Welche dies sind, hat der Krankenanstaltenverbund (KAV) bis dato nicht bekannt gegeben.

Laut inoffiziellen KURIER-Informationen würde als erstes des Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ) in Favoriten zu einem reinen Corona-Spital umgewandelt werden. Schon jetzt ist es mit seinem Schwerpunkt für Infektionskrankheiten erste Anlaufstelle für Corona-Patienten.

Sollten die Kapazitäten im KFJ nicht mehr ausreichen, würde in einer zweiten Stufe zwei weitere Spitäler freigemacht werden:

Und zwar das Krankenhaus Hietzing und in weiterer Folge das Otto-Wagner-Spital in Penzing.

Dass ausgerechnet diese drei Spitäler herangezogen werden, hat einen simplen Grund. Alle drei wurden noch im Pavillon-System errichtet. Das erleichtert die isolierte Unterbringung von Infektionspatienten und Verdachtsfällen enorm. Das war auch der Grundgedanke, als diese Häuser in Zeiten der Monarchie auf diese Weise errichtet wurden.

Damals waren Infektionskrankheiten noch sehr weit verbreitet. Während zuletzt das Pavillion-System wegen der weitläufigen Verteilung der einzelnen Abteilungen auf verschiedene Gebäude als veraltetes Auslaufmodell gilt, könnte es sich im Corona-Katastrophenfall ironischerweise wieder bewähren.

Doch auch die Freimachung der drei Häuser würde den KAV im Ernstfall vor beträchtliche Herausforderungen stellen. Eine zentrale Maßnahme dabei wäre, dass alle planbaren Operationen (keine Notfälle) verschoben werden, hieß es zuletzt im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Als große Herausforderung orten Mediziner auch die Schaffung von genügend Beatmungsplätzen in den Wiener Spitälern. Angesichts der zu erwartenden Zahl an Fällen von viraler Lungenentzündung würde der Bedarf hoch sein. So ist etw zu Erwarten, dass der erste Wiener Coronavirus-Patient, ein 72-Jähriger der mittlerweile im KFJ behandelt wird - wegen seines schlechten Gesundheitszustandes demnächst bearbeitet werden muss.

Der medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbunds, Michael Binder, dementiert die Informationen nicht. "Das ist eine gute Idee", sagt er angesichts der Frage, ob es stimmt dass die Pavillons der Spitäler frei gemacht werden würden. "Wir haben aber viele gute Ideen."

Was für das Szenario spricht: Laut Binder sei bereits ein Pavillon des Otto-Wagner-Spitals frei gemacht worden. Dort seien seit der Nacht auf Donnerstag 60 Personen mit Verdacht auf Coronavirus für Tests hingebracht worden.

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