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Chronik Wien
10/26/2021

Corona-Demo in Wien: Gegen Impfung und Regierung auf die Straße

2.500 Demonstrierende zogen für ihre „Freiheit“ durch Wien.

von Sophie Seeböck, Antonio Šećerović

Ein Meer aus rot-weiß-roten Fahnen und Bannern zog Dienstagmittag über die Mariahilfer Straße, den Getreidemarkt und die Lothringerstraße zum Resselpark beim Karlsplatz. Die laut Polizeiangaben anfangs 1.700 Demonstrierenden feierten damit aber nicht den Nationalfeiertag, sondern protestierten „für Grund- und Freiheitsrechte“. Auch zwei weitere Corona-Demos fanden statt.

Mit Parolen wie „Kurz muss weg“, „Schallenberg muss weg“ und „Mückstein muss weg“ verurteilten die Demonstrierenden die laut ihnen „korrupte Regierung“. Neben österreichischen Fahnen, schwenkten vereinzelte Besucher auch deutsche, kroatische und bosnische Flaggen. Auch einige Vertreter der Neonaziszene an der Demonstration nahmen teil, worauf ihre einschlägige Kleidung hinwies. Auch Parolen der Klimaproteste von Fridays-for-Future wurden abgewandelt. Statt „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, riefen die Demonstrierenden: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut“.

Begleitet von lauter Musik, Trillerpfiffen und Trommelschlägen traf der Protestzug gegen 14 Uhr im Wiener Resselpark ein. Direkt vor der Karlskirche begannen daraufhin die Kundgebungen, wobei der Veranstalteter und mittlerweile bekannte Corona-Gegner Martin Rutter von „Millionen Impftoten“ sprach.

Kundgebung

„Die Regierung spricht von Quarantäne für Ungeimpfte. Für uns ist es ein Einsperren von Andersdenkenden“, so Rutter über die Neuerungen im Corona-Stufenplan, den die Regierung vor Kurzem präsentierte. Zulassen werde man dies aber nicht. Die Regierungsmitglieder bezeichnet Rutter als „moralisch verkommene Gestalten“. Auch die Polizei rief Rutter unter lautstarkem Jubel seiner Anhänger zur Verantwortung.

Einige der Protestteilnehmer traten auch selbst vor das Mikrofon. So verkündete Rednerin Inge : „Ich bin 70 Jahre alt, ungeimpft und frei.“ Seit Beginn der Pandemie gehe sie demonstrieren. „Ich habe mich auch schon im letzten Lockdown nicht einsperren lassen. Ich war auf der Straße und wurde nicht krank.“ Die fünffache Mutter Daniela sprach in ihrer Rede von Kindern, die in der Zukunft keinen Job bekommen können, ohne geimpft zu werden, und von „Diskriminierung“. Familien würden zerbrechen, weil „der eine die Impfung will, der andere nicht“. „Wenn ein Ungeimpfter an Corona stirbt, dann hat er sich ganz bewusst dafür entschieden“, sagt Daniela.

Nach einer zirka eineinhalbstündigen Kundgebung zogen die mittlerweile 2.500 (von 8.000 erwarteten) Personen weiter in Richtung Ring. Gegen 17 Uhr wurde die Demonstration aber am Schottenring gestoppt, da die Polizei einen herrenlosen Rucksack als mögliche Bombe ins Visier genommen hatte. Der Verdacht bestätigte sich nicht.

Salzburg: Nazi-Plakat

In der Stadt Salzburg wurde am Nationalfeiertag ein 15 Meter langes rechtes Banner von Passanten entdeckt. Der Tatzeitraum wurde von der Polizei auf 6.30 Uhr bis 8 Uhr eingegrenzt. Auf dem Plakat stand „wollt ihr die totale Verarsche????“, wobei der Buchstabe „S“ durch sogenannten „Siegrunen“ ersetzt worden war. 

Den Liveticker zum Nachlesen gibt es hier:

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