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Causa Copa Cagrana: Das späte Ende einer Dauerfehde

Um das heutige Freizeitidyll tobte über Jahre ein erbitterter Rechtsstreit. Ein Kapitel der Geschichte wird erst jetzt bekannt.
COPA CAGRANA

An der U1-Station Donauinsel erinnert nichts mehr an die ehemalige Copa Cagrana (jetziger Copa Beach) oder Sunken City (nun Pier 22). Beide Areale wurden von der Stadt gänzlich neugestaltet, Letzterer wurde im Mai fertig.

Fast vergessen scheint, was sich rund um den „Schandfleck“, wie SPÖ-Stadträtin Uli Sima die Copa nannte, abgespielt hat. Nicht nur weil die Bagger auch die letzte „Bruchbude“ längst abgerissen haben, auch weil sich die Causa über ein Jahrzehnt lang hinzog.

Dabei lohnt es, sich zurückzuerinnern und die lange offengebliebene Frage zu klären: Wie ging die Geschichte überhaupt aus?

COPA CAGRANA
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Die windschiefen, „grindigen“ Hütten wurden durch konsumfreie Zonen, Wasserzugänge und ausgesuchte Gastronomie ersetzt.

Norbert Waldenburg vormals Weber sorgte als Generalpächter der Copa Cagrana (rund 17 Lokale sollen es gewesen sein) wiederholt für Schlagzeilen.

Mit der Stadt Wien lieferte er sich einen beispiellosen, jahrelangen Rechtsstreit. Die Stadt warf ihm vor, das Areal verkommen zu lassen. Das Rathaus plante, die Flächen selbst zu entwickeln.

Rund 150 Verfahren

Laut Martin Jank vom Wiener Gewässermanagement (WGM), der gemeinsam mit Sima über all die Jahre hinweg für die Copa zuständig war, kam es am Ende zu rund 150 Verfahren – die überwältigende Mehrheit auf Initiative von Waldenburg.

„Diese Verfahren haben wir allesamt rechtskräftig, nach mühsamem Instanzenzug beginnend 2010 von Bezirksgericht, über Oberlandesgericht, Handelsgericht bis hin zu den Höchstgerichten, gewonnen.“

Über die Jahre stellte Waldendenburg jedoch immer wieder Anträge auf Wiederaufnahme, laut Jank zuletzt Anfang 2025: „Die werden durch die Gerichte aber immer wieder zurückgewiesen, manche Anträge erreichen uns erst gar nicht.“

2015 gewann das Rathaus auch das letzte große Gefecht gegen den Ex-Generalpächter, die Räumungsklage.

Waldenburg stand der größte Prozess aber erst noch bevor: 2018 erhob die Staatsanwaltschaft Wien schwere Vorwürfe, Waldenburg und seine Boardwalk Entwicklungs GmbH sollen Steuern in Höhe von 1,8 Millionen Euro hinterzogen haben.

Das vergessene Urteil

Zum Prozess kam es erst 2020, der dann jedoch auf unbestimmte Zeit vertagt wurde. Ein Urteil sollte es erst drei Jahre später geben. Öffentlich bekannt war dieses bisher nicht.

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Nach Errichtung der Neuen Donau und Donauinsel entstehen die ersten Lokale.

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Bis zu 17 Lokale sollen damals vom Ex-Generalpächter betrieben worden sein.

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Der Pier 22, ehemalige Sunken City, wurde im Mai 2026 fertiggestellt.

Sunken City

Der Copa Beach, ehemalige Copa Cagrana, ging nach dreijähriger Bauzeit im Jahr 2020 in Vollbetrieb.

Das Landesgericht für Strafsachen erklärt auf KURIER-Anfrage: Waldenburg wurde am 8. März 2023 rechtskräftig verurteilt, er soll zwischen 2007 und 2017 Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer und Kapitalertragsteuer in Höhe von 851.506,93 Euro unterschlagen haben.

Verurteilt wurde Waldenburg zu einer Strafe von 300.000 Euro und einer Ersatzfreiheitsstrafe auf drei Monate. Mildernd angerechnet wurde die lange Verfahrensdauer. Am Ende tilgte Waldenburg seine Strafe durch gemeinnützige Arbeit.

Einfacher hatte es die Stadt auf der ehemaligen Sunken City (nun Pier 22). Hier wurden die Bestandsverträge durch Zeitablauf einvernehmlich beendet und von 2023 bis Mai 2026 umgestaltet. Der Copa Beach ging 2020 nach dreijähriger Bauzeit in Vollbetrieb.

Die Konsequenz aus der Causa

Als Konsequenz aus der Causa werden seither Flächen und Objekte nur mehr nach Interessentensuchen vergeben.

Für Sima waren „die jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen um die ehemalige Copa Cagrana langwierig und mühsam, aber es hat sich definitiv gelohnt: Aus einem wahrlich grindigen Angebot haben wir ein echtes Freizeitparadies gestaltet, das alle Stückerl spielt, ob baden, chillen, sporteln oder gut essen.“

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