Fertiger "Pier 22" und neues "It's Amore": Von grindig zu geschniegelt
Das Restaurant feiert am Freitag Soft Opening, der Vollbetrieb beginnt am18. Mai.
Die alte „Sunken City“ bei der U1-Station Donauinsel dürfte bei einigen bereits in Vergessenheit geraten sein. An windschiefe, „grindige“ Hütten erinnerte sich Planungsstadträtin Uli Sima (SPÖ) zurück.
Vor drei Jahren gab die Stadt den Startschuss für den Abriss der alten Lokale und der verbauten Ufer sowie für den Umbau des Areals in drei Etappen zum Pier 22. Am Mittwoch wurde der Abschluss der 27 Millionen Euro teuren Umgestaltung verkündet.
Nichts muss mehr finalisiert oder nachgebessert werden, der Pier 22 ist „fertig, fertig. Ich schwöre Ihnen, wir haben nicht getrödelt“, sagt Sima und betont, dass auch die Kosten eingehalten wurden.
Von der "Sunken City" zum "Pier 22"
Die „Sunken City“ vor einem Brand 2020 und dem Abriss 2023. Im Jahr 2026 ist der fertige Pier 22 ein Freizeitareal ohne Konsumzwang.
Entstanden ist für das Geld auf 13.000 Quadratmetern rund um den Leuchtturm einiges: Sitz- und Liegeflächen sowie offene Grünflächen, die aufgrund der Trockenheit aktuell etwas verbrannt wirken und laut Stadt bereits gewässert werden. Außerdem WC- und Duschanlagen, Schließfächer mit Steckdosen, Badeplattformen, freie Wasserzugänge sowie ein Sport- und ein überdachtes Basketball-Areal.
Pizza, Pasta, Preise: Ein Blick auf die neue Insel-Karte
An neuer Gastronomie ist das „Lighthouse Café Pier 22“ und das peruanisch-österreichische Lokal „Inka“ entstanden. Letztes Puzzlestück war das groß dimensionierte Insel-Restaurant „It's Amore“, das ab Freitag, den 8. Mai für das Soft Opening aufsperrt. Vollbetrieb herrscht ab 18. Mai. Geöffnet ist ganzjährig, vorerst ab 11 Uhr, ab Juli ab 9 Uhr zum Frühstück, Sperrstunde ist um ein Uhr nachts.
Insgesamt gibt es 420 Sitzplätze, allein 300 davon auf der Außenterrasse mit Donau-Blick. Umfangreich gehalten ist auch die Karte, die auf Antipasti, hausgemachte Pasta und Pizza fokussiert. Mehrere Seiten füllen auch Aperitif, Cocktails und Spritzer-Varianten.
Betreiber sind die Brüder Dominik und Philipp Ercin, die auch das „Verde“ im 1. Bezirk führen. An eben das erinnert das Marmor geflieste Insel-Restaurant auch optisch ein wenig. Dazu blütenweiße Tischdecken und samtbezogene Sitzecken. Die Brüder haben in das Lokal rund 800.000 Euro investiert, endgültig abgerechnet wurde aber noch nicht.
Qualitativ verspricht man Regionalität und einen hohen Standard. Was die Preise betrifft, ist sicherlich auch die Lage miteinkalkuliert. Die Betreiber selbst ordnen sich preislich in der Mittelklasse ein. Die Pizza Margherita kostet 13,50 Euro, das Mittagsmenü mit Suppe 14,50 Euro. Die anderen Pizzen liegen zwischen 16 und 21 Euro, die Pasta zwischen 16 und 30 Euro. Ein kleines Bier liegt bei 4,90 Euro.
Das Ende eines Kleinkriegs
Der Abschluss der Arbeiten markiert für die Stadt auch das Ende eines seit 16 Jahren geplanten Neustarts für das Areal an beiden Seiten der Donau. Um die dem Pier 22 gegenüberliegenden Flächen an der ehemaligen „Copa Cagrana“ führte man einen jahrelangen Kleinkrieg gegen Generalpächter Norbert Weber.
Es war ein verdammt langer Weg und ich bin wahnsinnig stolz. Nachdem das Areal lange ein Dasein als hässliches Entlein fristen musste, haben wir dem Ort wieder die Schönheit zurückgegeben, die er verdient.
Planungsstadträtin
2010 brachte die Stadt eine Räumungsklage ein, fünf Jahre später war der Rechtsstreit zugunsten der Stadt entschieden. 2016 folgte der Wettbewerb zur Umgestaltung in den Copa Beach, der 2020 schließlich fertiggestellt wurde.
Als zuständige Stadträtin von Anfang bis Ende dabei war Sima: „Es war ein verdammt langer Weg und ich bin wahnsinnig stolz. Es ist einer der schönsten Orte, die Wien zu bieten hat. Nachdem das Areal lange ein Dasein als hässliches Entlein fristen musste, haben wir dem Ort wieder die Schönheit zurückgegeben, die er verdient.“
Etwas, wovor man laut Mark Neuner vom zuständigen Architekturbüro „most likely“ gewarnt wurde, aber nicht eingetreten ist: Dass Vandalen die hochwertigen Möbel schnell kaputtmachen würden. Die letzten zwei Saisonen blieb alles heil. Und weil robust gebaut wurde, werde der Pier 22 auch dem nächsten Hochwasser standhalten.
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