Der Campus soll ein Treffpunkt für religiösen Austausch werden.

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Chronik Wien
08/12/2020

Campus der Religionen nimmt Gestalt an

Ein Wiener Architekturbüro gewinnt Wettbewerb und gestaltet das Megaprojekt in der Seestadt.

von Adrian Zerlauth

10.000 Quadratmeter, acht Religionen und eine Hochschule: Das wird der sogenannte Campus der Religionen in der Seestadt Aspern.

Im März des Vorjahres hat der Gemeinderat den Ankauf des rund 10.000 Quadratmeter großen Baugrunds beschlossen. Mit Stimmen von SPÖ, Grünen, ÖVP und Neos, nur die FPÖ war dagegen.

Nun nimmt das Projekt erstmals Gestalt an: Gestern, Dienstag, präsentierte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zusammen mit Kardinal Christoph Schönborn

den architektonischen Entwurf. Dieser wurde im Zuge eines EU-weiten Architekturwettbewerbs ausgeschrieben. Das Wiener Architektenbüro Burtscher-Durig setzte sich gegen 41 andere Projekte aus ganz Europa durch.

Neutrale Gestaltung

Auf dem Campus der Religionen werden sich acht Religionsgemeinschaften – Katholiken, Juden, Buddhisten, Protestanten, Muslime, Sikhs, die Neuapostolische Kirche Österreich und die griechisch-orientalische Metropolis von Austria ansiedeln.

Allesamt mit sakralen Gebäuden. Die Tempel, Synagogen, Kirchen und Moscheen werden pavillonartig um einen zentralen Platz angeordnet, der mit einer luftigen Pergola beschattet wird. Alle sakralen Bauten sollen in ihrer Architektur „neutral gehalten“ werden. Das heißt, sie werden nicht in der für sie jeweils typischen Architektur gebaut.

Die Dächer werden begrünt und sollen „Orte des bedachten Rückzugs“ werden, sagt Marianne Durig vom zuständigen Architekturbüro. „Religionen benötigen einen Standort, wo sie sich auf Augenhöhe begegnen können“, sagt Bürgermeister Ludwig. „Und mit dem Campus schaffen wir solch einen Ort.“

Termin und Kosten offen

Zudem wird die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems von ihrem aktuellen Standort in Strebersdorf auf den Campus in Aspern übersiedeln. 2.500 Personen sollen dort studieren können. Die Schule in Strebersdorf wird aufgelassen.

Wann der Baustart für den Campus der Religionen erfolgt, ist noch nicht fixiert – das hängt unter anderem davon ab, welche finanziellen Unterstützer das Projekt bekommt. Wie hoch die Kosten sein werden, ist auch noch nicht bekannt.

Von 24. bis 31. August besteht die Möglichkeit, sich im Gymnasium Simonsgasse in der Seestadt alle 42 eingereichten Entwürfe anzuschauen.

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