Marius C. versteckte sein Gesicht und wollte ein Opfer nicht sehen.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Fünffacher Mordversuch
12/16/2014

Räuber wollte Foto des Opfers nicht sehen

Marius C. verletzte mit Eisenstange seine Überfallopfer. Eines erzählte: "Ich dachte, er würde mich töten."

Marius C., 21, weigerte sich, das Foto vom entstellten Gesicht eines mutmaßlichen Opfers zu sehen. Mit Nachdruck forderte ihn die Richterin dazu auf. "Ich will das nicht sehen", erwiderte er. Ein beisitzender Richter verlor daraufhin die Fassung. "Schauen Sie hin! Schauen Sie, was Sie angerichtet haben."

C. sorgte im Frühjahr in Wien-Favoriten für Angst und Schrecken. Vom "Phantom von Favoriten" schrieben Medien. Acht Überfälle wirft der Staatsanwalt dem Gelegenheitsarbeiter nun vor. Der 21-Jährige gestand den Anklagepunkt "schwerer Raub", bestritt allerdings ebenfalls angeklagte Mordversuche in fünf Fällen. Er war bei seinen Überfällen teilweise derart brutal vorgegangen, dass zwei Opfer in Lebensgefahr schwebten, schilderte der Staatsanwalt. In der Anklage war von "Blitzattacken mit hoher Aggressivität" die Rede. Als Tatwaffe diente eine 50 Zentimeter lange Eisenstange.

Ein junge Frau, 24, erlitt dabei multiple Brüche, unter anderem im Gesicht, und überlebte nur knapp. "Ich dachte, er würde mich töten", erklärte die Frau später. Sie erblindete auf einem Auge. Eine 25-Jährige lag zwei Wochen im Koma und lebt seither mit einem entstellten Gesicht. Ein Opfer war 13, ein weiteres, von dem er in seiner Einvernahme erzählte, wurde nicht ausgeforscht.

Ein von der Polizei veröffentlichtes Phantombild entpuppte sich als ungeeignet. Seit seiner Festnahme weiß man: Ähnlichkeiten zwischen der Zeichnung und dem Verdächtigen gibt es nicht. Der Gesuchte befand sich damals kurz in Polizeigewahrsam. Mit einer Brechstange ausgerüstet, hatten ihn Beamte für einen Einbrecher gehalten. Er wurde freigelassen – bis er am 26. April festgenommen wurde.

Einweisung gefordert

C. sagte: "Ich wollte die Frauen nicht verletzen." Mit der Eisenstange habe er nur drei Mal zugeschlagen, sonst mit den Fäusten. Die Schilderung scheint ihm das Gericht nicht zu glauben, da die Verletzungen hierfür zu schwer waren. Eine Gutachterin hält C. für gefährlich. Ihm drohen Haftstrafen von zehn Jahren bis zu lebenslang. Der Staatsanwalt fordert, ihn in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher einzuweisen.

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