Max Gaspar sagt Ja zu Bierversuchen. An seinem Lokal kann man sich finanziell beteiligen.

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Chronik Wien
05/17/2019

Bier-Wirt verspricht Investoren Freibier auf Lebenszeit

„Biergreissler“ Max Gaspar will sein Lokal in der Burggasse mittels Crowdfunding verwirklichen.

von Bernhard Ichner

„Es gibt so viel gutes Bier“, sagt Max Gaspar. „Ganz Wien wird aber von drei, vier Lieferanten dominiert. Kleinbrauereien haben kaum eine Chance, in die Gastronomie reinzukommen.“ Darum geht der Unternehmer, der in der Josefstädter Lederergasse das "Biergreissler"-Craft-Beer-Geschäft betreibt, nun eigene Wege: In der Burggasse 18 – wo unter dem Namen „Kuro“ bis vor Kurzem japanische Nudeln und Reisschnaps kredenzt wurden – will er unabhängig von großen Brauereien ein Biergreissler-Lokal eröffnen. Und weil sein Motto „Ja zu Bierversuchen“ lautet, möchte er es mittels Crowdfunding realisieren.

Bis 30. Juni können sich Interessierte ab sofort unter www.startnext.com/biergreissler am Projekt beteiligen. Als Gegenwert warten diverse Belohnungen. Bei entsprechender Einlage verspricht Gaspar sogar Freibier auf Lebenszeit.

Hopfenclub Centurion

Als Gegenwert für 20 Euro erhält man zum Beispiel einen Gutschein, Rabatte im Lokal und im Shop sowie jedes Jahr zum Geburtstag ein kostenloses Glas Fassbier. Für 30 Euro bekommt der Investor dasselbe – plus einen leeren Bierdeckel zum Verschönern, der dann im Lokal an der Wand hängen wird.

Für 90 Euro übernimmt der spendable Gast die Patenschaft für einen Sessel, der seinen Namen trägt. Um 365 Euro gibt’s pro Tag ein Glas Bier gratis – sofern man jeden Tag den Weg ins Lokal findet.

Für 3.000 Euro stellt Gaspar das Lokal einen Abend lang für 40 Personen zur Verfügung – gratis Speisen und Getränke, Jazzpianist und Mitarbeiter inklusive. Und bei 15.000 Euro wartet schließlich die „Hopfenclub Centurion Card“, die ihrem Besitzer gratis Essen und Trinken auf Lebenszeit (sowie ein Bild an der Wand) garantiert.

Die Grundfinanzierung für das Lokal sei zwar bereits gesichert und die Eröffnung für November geplant, sagt Gaspar. Die Crowdfunding-Aktion ermögliche aber „mehr Bier und mehr Gemütlichkeit“. Mehr Geld bedeute „mehr Zapf- und Kühlmöglichkeiten“.

Im Optimalfall schweben dem Biergreissler sechs bis acht Zapfhähne für klassische Helle sowie Kreativbiere und bis zu 80 Flaschenbiere vor. Internationale Biere verschmäht er zwar nicht, Regionalität steht aber im Vordergrund. Zudem will Gaspar Schmankerl aus dem Wald- und Weinviertel servieren.

Zweites Wohnzimmer

Punkto Stil denkt der Niederösterreicher, der auch in Eggenburg einen Bierhandel betreibt, an „ein zweites Wohnzimmer, in dem man gern Nächte verbringt und Tage versumpert. Davon gibt’s leider immer weniger“. Eine gemütliche Einrichtung, gute Musik (Gaspar liebt Blues und Austro-Pop) und gutes Bier sollen das Lokal „wie alteingesessen“ wirken lassen.

Und nur um Verwechslungen vorzubeugen: Gaspar ist zwar Craft-Beer-Händler in der Josefstadt – aber nicht derjenige, der gegen die ehemalige grüne Nationalratsabgeordnete Sigi Maurer prozessiert. „Wir behandeln Mensch, Tier und Bier mit Respekt“, versichert der Biergreissler.

 

Info: 200 Biersorten beim Wiener Bierfest

40 Brauereien aus ganz Österreich sind von 22. bis 26. Mai beim 10. Wiener Bierfest vertreten. Am Hof, mitten in der Innenstadt, können jeweils von 11 bis 22 Uhr (und am Sonntag von 11 bis 20 Uhr) mehr als 200 Biersorten verkostet werden. Sowohl klassische Helle als auch verschiedenste Kreativbiere.

Darüber hinaus gibt es Bierpräsentationen sowie einen täglichen Bieranstich. Frühschoppen, Schaukochen (mit bierigen Rezepten), Gewinnspiele und Livemusik komplettieren das Programm.

Auch Biergreissler Max Gaspar hat einen Stand am Wiener Bierfest. Dort kann zum einen „Der G’schwinde“ – ein klassisches Helles – und zum anderen „Die Wilde Wanda 2.0“ – ein India Pale Ale – verkostet werden. Beides kommt aus der Braumanufaktur Schalken.