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Home Invasion
06/28/2016

Banker in Villa gefesselt und beraubt

Die Täter griffen sich Schmuck und Bargeld und konnten flüchten. Die Fahndung läuft.

von Birgit Seiser, Michaela Reibenwein

Zum dritten Mal dieses Jahr wurden Bewohner aus Wien-Döbling in ihren Häusern zum Opfer einer sogenannten Home Invasion. Räuber drangen am Freitagabend in eine Millionen-Villa ein, fesselten ein Ehepaar und nahmen alles mit, was an Wertsachen zu finden war.

Dieses Mal schlugen die drei maskierten und mit Pistolen bewaffneten Täter bei einem prominenten Top-Banker zu: Bernhard Ramsauer ist Vorstandsmitglied der Privatbank Semper Constantia.

Von Tätern überrascht

Das Anwesen, in dem der 56-Jährige und seine 53 Jahre alte Gattin überfallen wurden, stand vor Kurzem für fast 24 Millionen Euro zum Verkauf. "Meine Frau und ich sind vor dem Fernseher gesessen, als die Männer plötzlich vor uns standen", erzählt der Top-Banker dem KURIER. Wie die Täter auf das Anwesen in Döbling eingedrungen sind, ist noch nicht geklärt: "Wahrscheinlich war irgendwo ein Fenster offen, wie das im Sommer eben oft ist", sagt Ramsauer. Die genaue Vorgangsweise der Räuber ist Gegenstand der Ermittlungen des Landeskriminalamts.

Länger als 20 Minuten dauerte der Überfall nicht. Das Ehepaar gab den Kriminellen bereitwillig alles, was an Wertsachen im Haus war. "Ich empfehle jedem, der in so eine Situation kommt, nicht den Helden zu spielen. Das läuft nämlich anders ab als in Hollywood-Filmen", sagt Ramsauer.

Der Banker und seine Frau setzten sich nicht zur Wehr – vielleicht der Grund dafür, dass der Überfall glimpflich ausging. Nachdem die Täter die Villa wieder verlassen hatten, gelang es dem Paar, sich selbst aus seinen Fesseln zu befreien.

Leichte Verletzungen

Abgesehen von leichten Verletzungen am Handgelenk, überstand das Ehepaar die Home Invasion ohne Blessuren. Den Überfall in den eigenen vier Wänden zu verarbeiten, wird länger dauern: "Wir versuchen im Moment einfach nur alles zu vergessen", sagt Ramsauer.

Die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren. Die Wiener Polizei erklärt, dass nach der Häufung der Vorfälle verstärkt überwacht wird. "In diesen Villen-Gebieten gibt es durch die hohen Einbruchs-Zahlen aber ohnehin eine massive Streifentätigkeit", sagt Polizeisprecher Paul Eidenberger.

Der erste Raubüberfall dieser Art in Wien ereignete sich am 16. Februar, ebenfalls in Wien-Döbling, als der bekannte Gefäßchirurg am Wiener AKH Ihor Huk und seine Frau zu Opfern wurden. Die Täter gingen damals brutaler vor, schlugen die Frau und drohten sogar damit, sie zu entführen. Ende März dann der nächste Überfall nur wenige Kilometer entfernt. Im Stadtteil Neustift in Döbling wurden ein pensionierter Arzt und seine Gattin auch in ihrem Haus überfallen und mit Klebeband an Sesseln gebunden. Die Räuber räumten den Tresor aus.