Chronik | Wien
31.05.2017

Autist seit zwei Jahren verschwunden

Wien. Suche über "Aktenzeichen XY ungelöst". Mutter des 24-Jährigen erhofft sich neue Hinweise.

Arian Saraie ist Autist. Seine Behinderung ist seine Stärke. Telefonnummern merkt er sich ohne Probleme. Sprachen lernt er spielerisch. Er spricht Deutsch, Persisch und ein wenig Ungarisch. "Da hat er eine große Begabung. Er könnte sich auch ohne Probleme andere Sprachen aneignen", sagt seine Mutter Regina Schramm-Saraie. Seit 31. Mai 2015 ist ihr Sohn verschwunden. Der mittlerweile 24-Jährige riss aus einer Betreuungseinrichtung in Wien-Währing aus. Brauchbare Spuren gibt es wenige. Am Mittwoch wird der Fall in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst präsentiert.

Fahnder und Familie sind sich sicher: Arian lebt. Doch wo, darüber sind sie uneinig. "Es gab nur eine Sichtung, die sich verifizieren ließ. Kurz nach seinem Verschwinden hat ihn ein Kollege in einer Straßenbahn in Wien erkannt", schildert Stefan Mayer, Leiter des Kompetenzzentrums für abgängige Personen im Bundeskriminalamt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich Arian in Wien oder Umgebung aufhält. Vielleicht im Obdachlosenmilieu. Vielleicht hat er auch Anschluss bei einer Person gefunden und lebt nun bei ihr.

Flüchtlingsstrom

Die Mutter hegt eine andere Theorie: "Er kann in Deutschland sein, aber auch in anderen benachbarten Ländern. Wir glauben noch immer, dass er damals mit dem Flüchtlingsstrom mitgegangen ist." Durch sein ausländisches Aussehen und seine Sprachkenntnisse hätte er in entsprechenden Einrichtungen ohne Probleme unterkommen können. "Ein Frau hat sich vor rund einem Jahr bei uns gemeldet, dass sie Arian in Freiburg, Deutschland, gesehen hat. Dort gibt es auch eine Flüchtlingserstanlaufstelle." Die Mutter glaubt, dass ihr Sohn auch mit einem neuen Namen und einer neuen Identität lebt. "Das würde ich ihm zutrauen. Er ist weggelaufen, weil er die Freiheit genießen wollte." Und er hat keine Berührungsängste Fremden gegenüber.

Sie ist überzeugt: Würde es Arian schlecht gehen, würde er wieder nach Hause finden. "Durch die Sendung hoffen wir auf Hinweise. Wir wollen nur eine Bestätigung, dass er am Leben ist."

Hinweise an: 01/31310-37881