Chronik | Wien
07.09.2015

Auch Habsburger kandidiert für Multikulti-Truppe

"Gemeinsam für Wien": Auch Kaiser-Nachfahre geht ins Rennen.

Die multikulturelle Wahlliste „Gemeinsam für Wien“ (GfW) will nicht länger als „türkische Liste“ oder „Migrantenpartei“ wahrgenommen werden. „Wir sind keine türkische Liste, sondern eine türkise“, betonte Gründer Turgay Taskiran deshalb am Montag bei der Präsentation der Kandidaten für die Wahl am 11. Oktober – in Anspielung auf die Farbe des Logos.

Von der FPÖ zu GfW

Auf der Liste findet sich unter anderem der Name Konstantin Habsburg. Der Kaiser-Nachfahre kandidiert in Hietzing. Neben ÖVP-Aussteiger Stephan Unger zählt er zu den „alteingesessenen Österreichern“ bei GfW. Um die Gunst der Wähler bemühen sich außerdem der ehemalige Stockerauer Stadtrat Werner Bolek (der 2005 eine Wahlkooperation mit der örtlichen FPÖ eingegangen war), Ex-Pirat Anatolj Volk, Politologe Di-Tutu Bukasa, Ex-SPÖ-Mann Mustafa Kaymaz sowie FCG-Gewerkschafter Muhamed Kurtagic, der auch Mitglied bei der „Jungen ÖVP“ ist.

Politisch positioniert man sich „in der Mitte“. Ziel sei es, „politisch unsichtbare Gruppen sichtbar zu machen“ – neben Migranten etwa „Obdachlose und Ältere“.

Zu den Forderungen zählen ein Wahlrecht auf Landes- und Bezirksebene für EU- und Nicht-EU-Bürger, Türkisch als Maturafach, die Anhebung des Mindestlohns auf 1500€ sowie die kostenlose Benützung der Öffis. Einsparungspotenziale sieht man im Bereich der Verwaltung.