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Chronik Wien
04/29/2020

Wien erlaubt Besuch in Pflegeheimen ab 4. Mai

Ludwig und Hacker gaben Update zur Corona-Lage in Wien. Künftig sollen Bewohner wieder von Angehörigen und Freunden - unter strengen Sicherheitsvorkehrungen - Besuch empfangen dürfen.

von Katharina Zach

Das Beisammensein mit den Angehörigen, das Plauscherl mit den Freunden - lange haben die Bewohner der Wiener Pflegeheime darauf verzichten müssen. Um die Ausbreitung des Coronavirus in den Einrichtungen zu verhindern, war im März ein stricktes Besuchsverbot verhängt worden. Denn gerade ältere Menschen sind häufig von schweren Verläufen der Virusinfektion betroffen und in Einrichtungen wie Pflegeheimen grassiert dieses rasch.

Doch nun können die Senioren aufatmen. Ab 4. Mai dürfen sie wieder Angehörige und Freunde empfangen. Das gaben Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Mittwoch bekannt.

 

Besuche nur nach Termin

Natürlich gelten dafür strenge Sicherheitsvorkehrungen. So sollen die Besuche, wenn möglich, im Freien stattfinden. In den Häusern sollen eigene Begegnungszonen eingerichtet werden. Angehörige und Freunde müssen für ihre Besuche aber Termine vereinbaren, zudem wird es zeitliche Beschränkungen geben, erklärt Hacker. Das müsse natürlich vom Personal gut mit den Angehörigen abgestimmt werden. "Wir rechnen rund um den Muttertag mit einem großen Ansturm."

Weiterhin nicht möglich sollen Besuche in den Zimmern sein. Ausgenommen sind Besuche bei Palliativpatienten. Und natürlich gelten weiterhin die Abstandsregeln. Aber: "Es ist möglich sich zu berühren, aber nur mit Schutzkleidung und Schutzhandschuhen", sagt Hacker.

Genaue Vorgaben macht die Stadt den 90.Heimen nicht. Wie genau Besuche möglich sein werden, sollen die einzelnen Heime entscheiden. So kann es sein, dass in manchen Einrichtungen nur eine Person pro Bewohner auf Besuch kommen kann, in anderen aber ganze Familien. Weil man sich etwa im Freien treffen kann.

Klar ist, Besucher mit Krankheitssymptomen müssen draußen bleiben und Hygienemaßnahmen müssen auch seitens der Angehörigen und Freunde getroffen werden. Das tragen von Mund-Nasenschutz-Masken ist vorgesehen.

In den nächsten Wochen wollen zudem Bewohner und Mitarbeiter weiterhin systematisch auf das Coronavirus getestet werden. Vor allem in Heimen, in denen es einen positiven Fall gab. Rund 2.000 Tests pro Woche sollen möglich sein. Seit Mitte April wurden in den Pflegeheimen 3.700 Corona-Tests durchgeführt. 59 davon oder 1,6 Prozent waren positiv.

Wenige Krankheitsfälle

Laut Bürgermeister Ludwig sei man bisher gut durch die Krise gekommen. Es habe relativ wenig Krankheits- und noch weniger Todesfälle in den Wiener Pflegeeinrichtungen gegeben. Nur in sechs Heimen habe es mehr als einen positiv getesteten Bewohner gegeben, ergänzt Hacker. Aktuell sind 123 pflegebedürftige Menschen und 111 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

Im am schlimmsten betroffenen Heim habe just am Tag vor den Besuchsverboten ein unbemerkt erkrankter Postbote das Virus verbreitet. Zwei Stationen mussten unter Quarantäne gestellt werden, berichtet Hacker.

Ludwig stellte auch ein "sichtbares Dankeschön" für die Pflegeheim-Mitarbeiter in Aussicht, die unter den aktuellen Bedingungen wichtiges leisten würden. "Wir werden es nicht nur bei einem Schulterklopfen bewenden lassen", betont der Bürgermeister. Er sei mit den Sozialpartnern in Kontakt. Ludwig ließ anklingen, dass das Pflegepersonal mittelfristig mit einer Gehaltsaufbesserung rechnen können.

Bereits vergangenes Wochenende hatte das Gesundheitsministerium Empfehlungen veröffentlicht, wie ab 4. Mai Besuche in Pflegeheimen wieder möglich sein werden.

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