Äpfel, Paradeiser und ein Fall für die Richterin

Buntes Wurzelgemüse gedeiht auch im Hochbeet
Fahrer sollen Ware abgezweigt und auf eigene Rechnung weiterverkauft haben.

Am Wiener Großgrünmarkt herrscht reges Treiben. Obst und Gemüse wird in Lkw und Transporter geladen. Jeder kennt hier jeden. Und - glaubt man einem Angeklagten im Landesgericht für Strafsachen in Wien - jeder zweigt ein bisschen ab.

So schildert es zumindest einer der drei Kosovaren Richterin Claudia Zöllner. Die Männer sind angeklagt, weil sie Obst und Gemüse im großen Stil auf die Seite geschafft haben sollen. Insgesamt 60.000 Euro soll der Schaden betragen.

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Zwei der drei Angeklagten sind teilgeständig. Sie geben zu, zumindest vier Mal abgezweigte Ware verkauft zu haben. Warum? "Ich habe Geld gebraucht", sagt der Angeklagte. "Er musste damit Parkstrafen zahlen. Wenn er mit dem Lkw in der zweiten Spur stehen bleiben musste, hat ihm das die Firma nicht ersetzt", erklärt sein Anwalt Alexander Philipp.

Aufgefallen ist der Schwund über Monate niemandem. Erst ein Detektiv brachte Licht ins Dunkel.

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Dennoch: Die angeklagte Schadenssumme sei an den Haaren herbeigezogen, wie alle drei Verteidiger betonen. "Der Akt beginnt mit 3.000 Euro Schaden. Man darf nicht alle Äpfel, Birnen und Tomaten draufhauen und nach dem Ausschlussprinzip verurteilen", sagt Anwalt Mirsad Musliu

Immerhin gebe es beim Transportunternehmen ja auch weitere Fahrer. 

Der Prozess wurde vertagt.

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