APA13724690-2 - 16072013 - WIEN - ÖSTERREICH: Jenes Haus in Wien-Neubau, in dem eine Ärztin ihre Ordination betreibt aufgenommen am Dienstag, 16. Juni 2013. Der Medizinerin wurde "die Berufsausübung mit sofortiger Wirkung" vorläufig untersagt, nachdem es nach Abtreibungen bei Patientinnen zu schweren Komplikationen gekommen war. APA-FOTO: HERBERT NEUBAUER

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Wien
07/18/2013

Zahlreiche Mängel in gesperrter Praxis

Abtreibungsärztin: Fehlende fachliche Standards.

Seit Dienstag ist die Ordination jener Wiener Abtreibungsärztin geschlossen, in der es in den vergangenen Jahren wiederholt zu gravierenden Behandlungsfehlern gekommen sein soll.

Bei einer Begehung durch die MA 40, der Ärztekammer samt deren Stelle für Qualitätskontrolle (ÖQMed) war „Gefahr in Verzug“ festgestellt worden (der KURIER berichtete). Der Endbericht soll demnächst fertig sein.

Bei der Prüfung wurden von der ÖQMed die fachspezifischen Qualitätsstandards untersucht. Dazu gehört unter anderem, ob die Ärztin über die nötige Ausbildung verfügt, die Patientinnen ausreichend aufgeklärt und eine umfassende Dokumentation angelegt hat. In allen diesen Bereichen gab es offenbar Mängel, die eine Sperre rechtfertigten.

Warum die ÖQMed nicht bereits bei früheren Prüfungen darauf gestoßen ist, will man bei der Ärztekammer nicht beantworten. Zwar hat es bereits in der Vergangenheit wiederholt Sperren der Praxis gegeben, diese waren jedoch bloß vorübergehend. Damals ging es um hygienische Unzulänglichkeiten.

Wie lange die Sperre aufrecht bleibt, ist offen. Theoretisch hat die Ärztin die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Allerdings wurde gegen sie bereits am Freitag nach einer Anzeige ein vorübergehendes Berufsverbot verhängt. Dies bleibt bis zum Abschluss des Verfahren aufrecht. Über ein dauerhaftes Berufsverbot will die Kammer entscheiden.

Patientenanwältin Sigrid Pilz fordert die Standesvertretung auf, aus dem Fall Lehren in Sachen Qualitätskontrolle zu ziehen: „Wenn sie auf seiner Basis nicht selbstkritischer wird, könnte ich das nur schwer verstehen.“

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