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Chronik | Wien
07/04/2019

24 Stunden Warten in Ambulanz: Ärztekammer fordert Konsequenzen

Vizepräsident Steinhart wirft Stadtrat Hacker Untätigkeit vor. Allgemeinmedizinische Stützpunkte in den Spitälern sollen Ambulanzen entlasten.

Für Empörung sorgt der Fall jener 87-Jährigen, die 24 Stunden in einer Wiener Spitalsambulanz auf eine Behandlung warten musste. Wie berichtet, ist der Fall im aktuellen Jahresbericht der Wiener Patientenanwaltschaft dokumentiert, die für das Vorjahr von einer Häufung der Zahl der Beschwerden wegen langer Wartezeiten spricht.

„Unglaublich“, ist der Fall für Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer. „Die Anzahl dieser sogenannten Einzelfälle häuft sich. Der Krankenanstaltenverbund (KAV, Anm.)  und die Stadt Wien sind in der Pflicht zu handeln.“ Steinhart fordert die rasche Einrichtung von Allgemeinmedizinischen Akutambulanzen nach dem Vorbild des AKH in allen KAV-Häusern. Dort werden Patienten behandelt, die mit leichteren Beschwerden ins Spital kommen. Damit werden die Ambulanzen entlastet.

Wie berichtet, gibt es entsprechende Pläne im KAV, noch ist aber offen, wann sie umgesetzt werden und welche Spitäler so eine Einrichtung bekommen. Steinhart nimmt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) in die Pflicht: „Mir ist unverständlich, warum er nicht reagiert. Stattdessen schiebt er dieses so dringende Thema seit geraumer Zeit auf die lange Bank und beschäftigt sich lieber mit Fantasieprojekten, die wohl nie umgesetzt werden.“