Frauenstadträtin Kathrin Gaal, HoHo Wien-Projektleiterin Caroline Palfy, Seestadt-Apothekerin Sylvia Schlagintweit, „Science Buster“ und aspern 3420-Beirat-Mitglied Elisabeth Oberzaucher und Künstlerin Milu Löff-Löffko

© PID/Votava

Chronik | Wien
07/10/2019

54 weibliche Ikonen im Straßenbild: Die Seestadt ist eine Pionierin

Von 6.768 Verkehrsflächen in Wien sind aktuell 492 Straßen, Gassen und Plätze nach Frauen benannt.

Was haben Rock-Ikone Janis Joplin, Psychiaterin Lydia Sicher und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai gemeinsam?

Sie alle drei werden in der Seestadt Aspern mit Park- oder Straßennamen gewürdigt. Insgesamt 54 Namenspatroninnen gibt es in dem neuen Stadtteil im 22. Bezirk mittlerweile.

Damit ist die Seestadt Pionierin. Denn Frauen sind auf Wiens Straßen derzeit noch eklatant unterrepräsentiert. Laut der zuständigen Kulturabteilung der Stadt (MA 7) gibt es aktuell 6.768 Verkehrsflächen in Wien. Davon sind 492 Straßen, Gassen und Plätze nach großen Frauen benannt. 4.002 Verkehrsflächen erinnern an bekannte Männer. Das restliche Drittel ist geschlechterneutral betitelt, wie etwa der Burggarten oder der Graben.

Von 5 auf 7 Prozent

In den jüngsten Jahren hat es sich die Stadt daher zur Aufgabe gemacht, neue Straße vermehrt nach Pionierinnen, Künstlerinnen oder Politikerinnen zu benennen. Das Ergebnis: Der Anteil weiblicher Straßennamen in ganz Wien konnte von immerhin von fünf auf sieben Prozent gesteigert werden.

„Wir wollen Frauen sichtbar machen. Die Straßennamen in der Seestadt erinnern an starke Frauen und ihre herausragenden Leistungen“, sagt Frauen- und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) beim Pressetermin Mittwochvormittag.

Quer durch das künftige Quartier „Am Seebogen“ erstreckt sich etwa die Barbara-Prammer-Allee. Gaal über die Nationalratspräsidentin: "Als erste Frau an der Spitze des Parlaments hat Barbara Prammer Herausragendes geleistet. Als Frauenpolitikerin hat sie sich für Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen und Männern eingesetzt. Barbara Prammer war eine echte Pionierin."

Ilse Buck bis Zaha Hadid

Eine Straße weiter erinnert die Ilse-Buck-Straße an die legendäre Radiomoderatorin und „Vorturnerin der Nation“. Nach der Architektin Zaha Hadid ist ein Platz am Nordufer des Sees benannt. Die Käthe-Recheis-Gasse ehrt die österreichische Kinder- und Jugendbuchautorin, der Trude-Mally-Weg die Wiener Volksliedsängerin. Astrid Lindgrens Heldin Pippi Langstrumpf ist Namensgeberin eines Parks.

Auch an anderen Stellen in der Stadt sind weibliche Namen dazugekommen: Heuer waren es bis dato 9, im gesamten Jahr 2018 sogar 42 Straßennamen. An der Geschlechteraufteilung wird sich dadurch nicht allzu viel ändern. Denn es kamen im gleichen Zeitraum auch 30 Männernamen dazu.

Frau erbaut höchstes Holzhochhaus

Übrigens sind in der Seestadt nicht nur die Straßen und Plätze weiblich. Das Hoho, das höchste Holzhochhaus Österreichs, wird in Aspern von Caroline Palfy errichtet.

Info

Einblick in Leben und Werke der großen Frauen, die in Aspern verewigt wurden, gibt es in einer neuen Broschüre. Einzusehen ist sie hier.

Die Biografien in der interaktiven Version gibt es hier.