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Aus einer legendären Garnitur: „Der 4020er ist nicht einfach nur ein Zug“

Am Freitag fand die letzte Fahrt des legendären 4020-er Zuges statt. Seit 1978 waren die blau-weißen Garnituren unterwegs. Techniker Johann Klasmillner, bei den ÖBB als „Mister 4020“ bekannt, blickt zurück.
Initiative Bahnkultur, 4020, Bahn, Züge, ÖBB

Wenn Johann Klasmillner am Bahnsteig steht, hört er an den Laufgeräuschen der 4020er, wo es hakt. „Das klingt vielleicht komisch, aber ich erkenne dann am Motorgeräusch, ob der Zug zum Beispiel mehr Getriebeöl braucht“, erzählte der Techniker. Seit 1988 betreute der heute 61-Jährige die legendäre blau-weiße Bahnreihe. Bei den ÖBB erhielt er bald den Namen „Mister 4020“.

Künftig wird Klasmillner die typischen Geräusche der alten Nahverkehrszüge aber nicht mehr hören. Am Freitag fand die letzte Fahrt des Zuges von Heiligenstadt nach Tulln statt – unter großem Interesse von Medienvertretern und Zugbegeisterten. 

Man musste Schlange stehen, um zur Pressekonferenz zu gelangen. „Seit 1978 prägte der 4020er das Bild der Wiener Schnellbahn, er war täglicher Begleiter zur Arbeit, zur Schule und zu Freunden. Er war mehr als nur ein Zug“, sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä. Insgesamt waren 120 Garnituren im Einsatz, zuletzt waren es noch 27.

4,8 Millionen Kilometer

„Jeder dieser 120 Züge hat im Schnitt 4,8 Millionen Kilometer zurückgelegt. Das sind 120 Erdumrundungen, in diesen 48 Jahren, seit sie in den Dienst gestellt wurden“, führte Matthä weiter aus.

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Der Techniker Johann Klasmillner verbrachte den Großteil seines Berufslebens  in 4020er-Zügen.

Garnituren bereits nach Rumänien verkauft

Nun werden die Garnituren ausgemustert. „Die Fahrzeuge werden nach der Ausmusterung teilweise noch als Ersatzteilspender für andere Fahrzeuge genutzt. Anschließend werden sie zur Versteigerung angeboten“, heißt es von den ÖBB. Dies erfolgt über eine öffentliche Ausschreibung. Der genaue Preis steht noch nicht fest, vergleichbare Garnituren seien laut ÖBB in der Vergangenheit mit einem Startpreis von 25.000 Euro auf den Mark gebracht worden.

Rund 35 Züge der 4020er wurden etwa nach Rumänien verkauft, erzählte Techniker Johann Klasmillner. Auch er war bei der letzten Fahrt nach Tulln an Bord. Der 61-Jährige arbeitete auch für andere Flotten der ÖBB als Techniker. „Aber irgendwie bin ich immer wieder zurück zum 4020er, wie ein Magnet“, so Klasmillner.

Kein Internet, keine Klima

Das Flair mache diese Garnituren einfach besonders. „Die Faszination zum Arbeiten hat das Zusammenspiel aus Mechanik und Pneumatik ausgemacht, das war halt noch Technik. Heute ist alles nur mehr Digitaltechnik“, schilderte der Techniker. Klasmillner ist auch überzeugt, dass die 4020er technisch gesehen noch weitere Jahre fahren könnten. 

„Aber es haben sich halt die Bedürfnisse der Fahrgäste geändert. Ein 4020er hat keine Steckdose, kein Internet und keinen barrierefreien Eingang“, sagte er. Und es gebe nur eine natürliche Klimaanlage, lacht der 61-Jährige mit Blick auf das Fenster über ihm, das auf der Fahrt nach Tulln offen steht.

Während der 23-minütigen Fahrt von Heiligenstadt weg sieht man immer wieder Personen, die neben den Gleisen stehen, in der Hand eine Kamera oder das Handy. Sie halten die letzte Fahrt des 4020ers fest. Abgelöst werden die blau-weißen Züge nun durch die nächste Generation an Schnellbahngarnituren – den Cityjet Doppelstock-Zügen, auch „Dostos“ genannt sowie den „Desiro“-Cityjets.

Abschied einer Ära

„Ich glaube, sie sind würdige Nachfolger für den 4020er. Und natürlich haben sie den Vorteil, dass man auch barrierefrei einsteigen kann“, erklärte ÖBB-Chef Matthä. Insofern sei der 3. Juli, bzw. die letzte Fahrt des Zuges, für viele Reisende ein freudiger Tag, weil er für die „Modernisierung des ÖBB-Fuhrparks“ stehe. Gleichzeitig verabschiede er sich auch mit einem weinenden Auge von einer Ära.

Ähnlich ergeht es auch Johann Klasmillner. Denn er geht – quasi gleichzeitig mit dem 4020er – in den kommenden Tagen in Pension.

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