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Chronik Wien
09/04/2019

10 Gründe, warum Wien tatsächlich die lebenswerteste Stadt ist

Zum zweiten Mal kürte "The Economist" Wien zur lebenswertesten Stadt. Warum die Studie Recht hat.

von Anna-Maria Bauer, Johanna Kreid

Besser geht es kaum: Mit 99,1 von 100 Punkten hat die österreichische Bundeshauptstadt im zweiten Jahr in Folge das "Economist Intelligence Unit Ranking" der lebenswertesten Städte weltweit gewonnen.

Und das vollkommen verdient. Man muss als Wienerin und Wiener nicht lange nachdenken, um den Wert der Stadt zu erkennen. Der KURIER hat die 10 Gründe gesammelt, warum Wien tatsächlich der beste Ort zum Leben is - ein persönliche Aufzählung inklusive interessantem Zahlenmaterial.

 

1. Weil Wien super urban ist, man aber schnell im Grünen ist

Man muss zum Beispiel von der Stadtmitte nur eine dreiviertel Stunde mit der Straßenbahn fahren und ein bisschen spazieren gehen, um mitten im Grünen zu sein und - etwa vom Stadtwanderweg 3 - so eine Aussicht zu haben:

 

Was sagt die Statistik? Wien ist auch selbst eine grüne Stadt. 49,6 Prozent der Gesamtfläche Wiens (41.487 Hektar) sind nämlich Grünland. Hietzing hat überhaupt einen Grünanteil von 70,7 Prozent und ist damit zumindest in dieser Hinsicht der grünste Bezirk. Außerdem gibt es 990 städtische Parkanlagen.

2. Weil es tolle Festivals bei freiem Eintritt gibt

Mehrmals im Jahr gibt es coole Festivals zu den verschiedensten Musikrichtungen mit zig Konzerten, die man einfach ohne Eintritt besuchen und genießen kann - so wie das Popfest am Karlsplatz.

Was sagen die Zahlen? Abgesehen von den Festivals hat Wien kulturell auch sonst viel zu bieten: Es gibt etwa 8 große Theaterbühnen, 7 etablierte Off-Theater und Kleinkunstbühnen, 9 große Kabarettbühnen und 6 große Musikbühnen für klassische Musik. Die 27 Kinos verzeichnen 4,7 Millionen Besuche pro Jahr.

3. Weil die öffentlichen Verkehrsmittel gut funktionieren

Seien wir ehrlich, auch wenn wir manchmal jammern und es hin und wieder kleine Störungen gibt: Die öffentlichen Verkehrsmittel kommen nahezu immer planmäßig. Am Wochenende fährt die U-Bahn sogar die ganze Nacht. Und: Nutzen kann man Bus, Bim und U-Bahn mit der Jahreskarte um 1 Euro pro Tag.

Die Wiener Öffis in Zahlen: Insgesamt gibt es 162 Öffi-Linien in Wien (U-Bahn, Bim und Bus). Diese transportieren 966,2 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Im Vorjahr wurden erstmals mehr als 800.000 Jahreskarten der Wiener Linien (822.174 Stück) verkauft. Und 73 Prozent der Wiener kommen mit Öffis zur Arbeit, 44 Prozent zu Fuß und 33 Prozent mit dem Auto. 13 Prozent nehmen das Fahrrad (Mehrfachnennungen möglich).

4. Weil man das Wasser aus der Leitung trinken kann

Dass man für ein Waser nicht ständig in den Supermarkt rennen muss, sondern einfach den Wasserhahn aufdrehen kann, ist ein wichtiger Faktor in puncto Lebensqualtität - den man vor allem nach Urlauben im Ausland wieder zu schätzen weiß.

Wissenswertes zum Wasser: Der Bau der 1. Wiener Hochquellwasserleitung begann 1870. Die 1. Hochquellenleitung fördert heutzutage 220 Millionen Liter täglich aus dem Rax, Schneeberg-, Schneealpengebiet nach Wien, die 2. Hochquellenleitung bringt täglich bis zu 217 Millionen Liter Wasser aus dem steirischen Salzatal.

5. Weil es tolle konsumfreie Zonen gibt

Ob MuseumsQuartier oder auch der Donaukanal: Es gibt immer wieder nette Plätzchen in der Stadt, an denen man sich mit Freunden treffen und bis spät in die Nacht philosophieren kann, ohne etwas konsumieren zu müssen.

Zahlen zu einigen Erholungszonen: Beliebt sind etwa auch der Wiener Stadtpark, der bereits 1862 eröffnet wurde. Die Donauinsel wiederum wurde 1981 als Naherholungsgebiet eröffnet. Highlight ist hier das Donauinselfest mit freiem Eintritt: Im heurigen Sommer zählte man 2,7 Millionen Besucher.

6. Weil man sich nachts nicht fürchten muss

Auch wenn man im Herbst oder Winter nach der Arbeit noch eine Runde Joggen gehen möchte, muss man dabei kein mulmiges Gefühl haben. Ein Blick auf die aktuelle Kriminalitätsstatistik zeigt: die Gewaltdelikte gehen zurück.

Das sagt die Kriminalstatistik: 2017 wurden insgesamt 190.056 Vorfälle angezeigt, 2018 waren es 169.190. Das entspricht einem Rückgang von elf Prozent. Das ist die geringste Kriminalitätsbelastung seit 19 Jahren. Die Aufklärungsquote wiederum ist von 42,4 auf 43,6 Prozent gestiegen. Das ist der beste Wert seit 18 Jahren.

7. Weil die Stadt so sauber ist

Es klingt - ähnlich wie das Leitungswasser - auf den ersten Blick nicht so sexy. Aber tatsächlich ist es eine unglaubliche Wohltat, dass in Wien Institutionen wie Müllabfuhr so tadellos funktionieren. So gibt es keine Geruchsbelästigung und man tritt auch nur noch selten in ein Hundegackerl. 

 

Sauberes Zahlematerial: Auf Wiens Straßen werden von Mitarbeitern der MA48 jedes Jahr 20.000 Tonnen Mist eingesammelt. Das ist so viel, wie 4.000 Elefanten oder 15.000 Autos wiegen.

8. Weil die Stadt immer bunter wird

Wir haben Sisi und Mozart und Klimt und damit eine unglaublich reiche Geschichte, aber vor allem freut uns Wienerinnen und Wiener doch, dass es immer mehr junge, hippe Angebot gibt. Hipster-Cafés in Neubau und Rudolfsheim oder sprichwörtliche bunte Initiativen wie das Street-Art-Festival "Calle Libre".

Vielfalt in Zahlen: Die Buntheit ist nicht zuletzt dem Wachstum und der somit zunehmenden Vielfalt zu verdanken: Wien ist nämlich eine der am stärksten wachsenden Millionenstädte der EU. Seit der Europawahl 2014 ist sie stärker gewachsen als alle anderen EU-Millionenstädte: Wien wuchs um 5,7 Prozent, London um 4,6, Berlin um 4,5 Prozent

9. Weil es hier gemütlich bleibt

Ja, viele Trends kommen erst ein paar Jahre später hierher. Aber wer von anderen Metropolen wie London oder New York zurück nach Wien kommt, findet es dennoch äußerst angenehm: In dieser Stadt herrscht ein anderer Rhytmus. Die Menschen gehen langsam, nehmen sich mehr Zeit. Und auch wenn es immer mehr Menschen gibt: Die Gemütlichkeit geht in Wien nicht verloren. Sie ist ja auch in genügend Heurigenliedern besungen worden.

Zusatz in Zahlen: Obwohl Wien eine Millionenstadt ist, gibt es im Stadtgebiet - wie oben erwähnt - nicht nur Großstadthektik, sondern sogar noch 800 Bauernhöfe. (In Wien werden beispielsweise mehr Gurken geerntet, als im Rest Österreichs zusammen: Von 100 österreichischen Gurken kommen 62 aus Wien. So ist es auch bei Melanzani, Petersilie, Paradeisern und Pfefferoni.)

10. Weil es einfach die ideale Größe für eine Großstadt hat

Wien hat alles, was eine Stadt braucht, ist aber gleichzeitig nicht zu groß. Man kann bis in die Morgenstunden feiern gehen oder um Mitternacht noch Sushiessen oder einen Käsekrainer kaufen. Man kann sich im Grätzel engagieren oder sich in der Anonymität der Großstadt zurückziehen. Man kann zu fast jeder Tages- und Nachtzeit noch schnell eine Milch kaufen gehen und sich trotzdem am Sonntag über einen richtigen Ruhetag freuen.

Es ist eben einfach die beste Stadt.