Chronik | Welt
20.09.2017

Weltbevölkerung wächst bis 2050 um ein Drittel auf zehn Milliarden

Die Bevölkerung in Afrika könnte sich laut einer aktuellen Studie in diesem Zeitraum verdoppeln.

Die Menschheit wächst weiter: Im Jahr 2050 werden Berechnungen zufolge rund zehn Milliarden Menschen auf der Welt leben. Einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des französischen Forschungsinstituts INED zufolge dürfte die Weltbevölkerung von gegenwärtig 7,5 Milliarden Menschen um etwa ein Drittel ansteigen.

Die Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent könnte sich demnach bis 2050 sogar verdoppeln und bis 2100 vervierfachen. Bereits heute lebt dort ein Sechstel (1,2 Milliarden) der Weltbevölkerung.

2,5 Kinder weltweiter Durchschnitt

Im Niger werden laut der Studie derzeit weltweit die meisten Kinder pro Frau geboren: im Durchschnitt bringt dort eine Frau 7,3 Kinder auf die Welt. Der weltweite Durchschnitt liegt bei zweieinhalb Kindern, 1950 waren es noch fünf.

"Die Geburtenrate ist fast überall gesunken, aber die Unterschiede bleiben groß", erläuterte Studienautor Gilles Pison. In fast ganz Afrika, einigen Ländern auf der arabischen Halbinsel und Teilen Afghanistans, Indiens und Pakistans würden Frauen durchschnittlich drei oder mehr Kinder gebären. "Dort wird es in den kommenden Jahren das stärkste demografische Wachstum geben", sagte Pison.

Indien und Pakistan zählen neben China, den USA, Indonesien, Brasilien und Nigeria schon heute zu den Ländern mit den größten Bevölkerungen. Insgesamt leben in den sieben Ländern 3,93 Milliarden Menschen.

Mehr als 800 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen

Weltweit haben 815 Millionen Menschen im vergangenen Jahr zu wenig zu essen gehabt. Das waren 38 Millionen Menschen mehr als noch 2015, wie die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Freitag in Rom mitteilte. Die Zahl der Hungerleidenden stieg nach Jahren der Verbesserung der Lebensmittelversorgung wieder.

Ob sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen werde, sei unklar. Das erklärte Ziel, Hunger und Mangelernährung bis 2030 zu beenden, könne nur erreicht werden, wenn Frieden und Stabilität sichergestellt würden, warnten die UN. Denn dass mehr Menschen Hunger litten, liege neben den Folgen des Klimawandels in erster Linie an der Zunahme der Gewaltkonflikte in aller Welt.

Die Hälfte der Menschen, die zu wenig zu essen haben, lebt dem Bericht zufolge in Krisengebieten. Im vergangenen Jahrzehnt sei die Anzahl der Konflikte dramatisch gestiegen, die gewaltsamen Auseinandersetzungen würden zudem immer komplexer.

In Bürgerkriegsländern wie dem Südsudan, Nigeria, Somalia und dem Jemen besteht die Gefahr einer Hungersnot, der stärksten Form einer Hungerkrise. "Wir können uns nicht erlauben, diese Alarmglocken länger zu ignorieren", sagte ein FAO-Sprecher laut einer Mitteilung.

Doch nicht nur in Krisenregionen habe sich die Versorgungslage verschlechtert. Gegenden, in denen Frieden herrsche, litten unter Dürren und Flutkatastrophen, die teilweise mit der starken Ausprägung des Wetterphänomens El Nino zusammenhingen. Auch ein globaler Rückgang der Wirtschaftsleistung habe zur Verschlechterung der Lebensmittelversorgung beigetragen.

Der Anteil der Hungerleidenden entspricht etwa elf Prozent der Weltbevölkerung. Die meisten Betroffenen leben in Afrika (243 Millionen) und Asien (520 Millionen). Millionen Kinder leiden als Folge von Hunger an Mangelerscheinungen. Sie sind häufig zu klein für ihr Alter und wiegen zu wenig für ihre Körpergröße. Die FAO erarbeitete den Jahresbericht erstmals in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Über die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zum Internet

Der Zugang zum Internet bleibt weiterhin für viele ein Wunschtraum. Trotz Fortschritten hat nach wie vor über die Hälfte der Weltbevölkerung noch immer keinen Zugang zum Netz. 3,9 Milliarden Personen oder 52 Prozent der gesamten Weltbevölkerung haben gemäß einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Internationalen Fernmeldeunion (UIT) keinen Internetzugang.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit die Situation leicht verbessert. Im Vorjahr waren noch 53 Prozent der Weltbevölkerung ohne Internetzugang. Gemessen wird die Zugangsart über Breitbandanschlüsse.

Laut den Schätzungen der UIT dürften bis Ende Jahr 41,3 Prozent der Bevölkerung in Entwicklungsländer über einen Zugang verfügen. Dabei hat sich insbesondere die Situation in den am wenigsten entwickelten Länder verbessert wenn auch auf tiefem Niveau. Der Anteil der Bevölkerung mit Internetzugang beträgt laut UIT unter 18 Prozent.

Laut UIT-Generalsekretär Houlin Zhao ist das Breitbandnetz entscheidend. Denn damit erhalte die Bevölkerung Zugang zu wichtigen Informationen in den Bereichen Gesundheit, Ausbildung, Finanzierung und Infrastruktur.

Trotz der Verbesserungen in den Entwicklungsländer hat sich der Graben zu den entwickelten Länder wegen der technologischen Fortschritten laut UIT vertieft. Gleichzeitig stellt die Vereinigung fest, dass die Preise für den Internetzugang in zahlreichen Ländern gesunken sind.

Bevölkerungszahl in Österreich auf 8,77 Millionen gestiegen