Chronik | Welt
27.12.2012

Zeitung nennt Namen von Waffenbesitzern

33.000 Namen und Adressen hat eine Lokalzeitung ins Netz gestellt – dafür hagelt es Kritik.

Der Waffenbesitzer von nebenan" - unter diesem Titel hat die Lokalzeitung The Journal News die Namen tausender Waffenscheinbesitzer in den Verwaltungsbezirken Westchester und Rockland im Bundestaat New York veröffentlicht und damit in den USA hitzige Debatten ausgelöst. Eine Reaktion auf den Amoklauf in der Kleinstadt Newtown – mit den Namen wurde auch eine Karte mit Adressen von den etwa 33.000 Waffenscheinbesitzern ins Netz gestellt.

Im Internet überschlagen sich seither die negativen Reaktionen. Obwohl die Zeitung betonte, die Informationen würden schließlich von den lokalen Behörden stammen - Grundlage der Anfrage war das US-Gesetz zur Informationsfreiheit gewesen -, werden die Verantwortlichen von vielen Seiten dafür kritisiert. Sowohl in den Kommentaren auf der Website der Zeitung als auch in anderen Foren werden die Journalisten als "verantwortungslos" bezeichnet.

Sicherheits-Bedenken

So auch die Reaktion der mittelbar Betroffenen: Hunderte besorgter Bürger haben bereits bei der Zeitung angerufen - sie monieren einen Eingriff in ihre Privatsphäre und fürchten zugleich um ihre Sicherheit. Man lasse Waffenbesitzer dastehen wie Pädophile, lautet der Tenor einiger Postings – andere Nutzer etwa beklagten, sie würden lieber wissen wollen, wo die unregistrierten Waffen zu finden seien. Deren Besitzer seien nämlich potentiell gefährlicher. Eine Nutzerin etwa meinte außerdem, die Zeitung habe so Kriminellen mitgeteilt, in welchen Häusern sie keine Waffen befürchten müssten.

Ein Blogger veröffentlichte als Reaktion sogar Adressen von Zeitungsmitarbeitern. Die Herausgeberin von Journal News, CynDee Royle, verteidigte die Veröffentlichung: "Die Menschen wollen wissen, wie viele Waffen es in ihrer Nachbarschaft gibt."

USA: Land der Schusswaffen

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USA Waffen Grafik

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USA: Waffennarren unter sich

Waffen sind nicht böse", sagt Kenny Sumner. "Sie sind nur dann böse, wenn sie in die Hände der falschen Leute geraten." Sumner ist Manager des Knob Creek Gun Range, eines Waffen- und Schießtreffens ins Kentucky, das alljährlich im Herbst veranstaltet wird. Bis zu 17.000 Waffenliebhaber hat das Gun Range in diesem Jahr angezogen, aus den ganzen Vereinigten Staaten sind die Menschen dafür angereist.

Zeitgleich lädt man in Arizona zum "Big Sandy Machine Gun Shoot" - das selbe Setting, nur auf der anderen Seite der USA. Beide Treffen rühmen sich, die jeweils größten in den Staaten zu sein; beide Treffen haben den selben Hintergrund: Sie geben Waffenenthusiasten die Möglichkeit, mit Gerät zu hantieren, das normalerweise nur schwerlich in ihre Hände gelangen kann. Mit automatischen Waffen etwa oder Gewehren, die bereits beim Antiquitätenhändler im Schaufenster stehen.

Beim Knob Creek Shoot mischt sich dementsprechend ein buntes Volk. Sportschützen, Waffenverkäufer und Tea-Party-Aktivisten sind dort anzutreffen. Die Besucher sind mehrheitlich weiß, doppelt so viele Männer wie Frauen sind dabei. Auch militärische Insignien sieht man dort, aber auch Halblegales – wie Hakenkreuze oder Nazi-Devotionalien.

Um mitzumachen, muss man zehn Dollar zahlen, Kinder unter zwölf kommen zum Halbpreis rein. Auch die Kleinen dürfen sich an den vorhandenen Waffen ausprobieren: Cody Miller aus Cincinatti etwa, der sich – um die Zielscheibe überhaupt sehen zu können – auf eine leere Munitionsschachtel stellen muss (Foto). Er darf dann aus einer sowjetischen PKS feuern.

Sein Vater fotografiert die Schuss-Szene. Dies sei keine große Sache, erklären Vater und Sohn – es sei Codys zweites Mal heuer.