Chronik | Welt
16.03.2018

Trump in Feuerlaune visiert weitere Opfer an

Nach der Entlassung von Außenminister Rex Tillerson geht im Team von US-Präsident Donald Trump die Angst um. Wer könnte der Nächste sein?

Keine Kündigung bei Donald Trump ohne vorher gehendes Dementi. Wer da nur noch eine dürre Twitter-Meldung – "tadelloses Arbeitsverhältnis" – wert ist, kann sich eigentlich schon um einen neuen Job umschauen. Für Sicherheitsberater H.R. McMaster dürfte das kein größeres Problem sein. Der kriegserfahrene General gilt als eine der vernünftigsten und moderatesten Stimmen im Weißen Haus. Nicht ohne Grund wurde McMaster gerne in die Welt hinaus geschickt, wenn es wieder einmal Verbündete zu besänftigen galt, die Trump verärgert hatte.

Doch so viel Vernunft scheint den US-Präsidenten derzeit nur zu stören. Er sei in Hochstimmung, beinahe manisch, verrieten Insider aus dem Weißen Haus der Washington Post, und McMaster habe sich ohnehin schon länger den Ärger des US-Präsidenten zugezogen. So soll er nicht nur die überhastete Entscheidung für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong-un kritisiert haben, sondern sich auch noch im privaten Rahmen abfällig über den Präsidenten geäußert haben. Ein "Idiot" und ein "Depp" sei dieser, werden die Kommentare des Generals kolportiert.

"Kann jeden treffen"

Trotzdem soll Trump bereit sein, diese Entlassung nicht ganz so abrupt per Twitter in die Welt hinauszuposaunen, wie vor wenigen Tagen bei Rex Tillerson. McMaster solle zumindest nicht derart gedemütigt werden wie der Trump zunehmend unsympathische Außenminister.

Doch persönliche Sympathien wechseln in diesen Tagen im Weißen Haus angeblich sehr rasch. Ein persönlicher Adjutant, der als enger Vertrauter galt, bekam gerade erst die Tür gewiesen. Für alle anderen Mitarbeiter, war aus dem Weißen Haus zu erfahren, hieße das: "Wenn’s den treffen kann, kann’s jederzeit jeden treffen."