Lehrer dürfen Waffen tragen

Phil Burns, a firearms instructor, holds a handgun that he carries as part of his survival supplies at his home in American Fork… © Bild: Reuters/JIM URQUHART

Pädagogen in South Dakota dürfen künftig vor ihren Schülern eine Waffe tragen.

Lehrer und Schulbedienstete im US-Staat South Dakota dürfen künftig im Klassenzimmer Waffen tragen. Drei Monate nach dem Schulmassaker von Newtown (Connecticut), bei dem ein Amokläufer in einer Volksschule 20 Kinder tötete, erlaubt South Dakota damit als erster US-Staat flächendeckend das Waffentragen in Schulen, wie die New York Times am Samstag berichtete. Gouverneur Dennis Daugaard unterzeichnete am Freitag ein entsprechendes Gesetz.

Demnach dürfen neben Lehrern auch Wächter und freiwillige Helfer in Schulen Waffen tragen, wenn sie ein entsprechendes Training absolviert haben, hieß es. Wie die Zeitung weiter schreibt, gibt es zwar schon in einigen Schuldistrikten der USA ähnliche Regelungen, South Dakota sei aber der erste US-Staat, der ausdrücklich Waffen an Schulen zulässt.

NRA-Ratschlag

Die Gesetzgeber des ländlichen Staates folgen damit dem Rat der US-Waffenlobby: Diese hatte nach dem Massaker von Newtown bewaffnete Wächter an allen US-amerikanischen Schulen gefordert. Nur so könnten die Kinder vor Amokläufern geschützt werden, argumentiert die einflussreiche National Rifle Association (NRA).

Die Logik der Lobbyorganisation: Im Prinzip solle jeder US-Amerikaner eine eigene Waffe besitzen, um einem bewaffneten Angreifer damit Einhalt gebieten zu können.

Kritik aus Washington

Waffengegner lehnen das strikt ab. Präsident Barack Obama fordert stattdessen schärfere Gesetze. Er verlangt vor allem ein Verbot halbautomatischer Sturmgewehre und besonders großer Magazine, mit denen man in kürzester Zeit ohne Nachladen viele Schüsse abfeuern kann.

Außerdem sollen Waffenkäufer künftig besser überprüft werden, damit Kriminelle oder psychisch Gestörte nicht in den Besitz von Feuerwaffen kommen. Die Vorschläge liegen dem US-Kongress zur Entscheidung vor - ob sich tatsächlich eine Mehrheit für durchgreifend schärfere Gesetze findet, ist weiter fraglich.

Erstellt am 10.03.2013