Chronik | Welt
09.01.2013

Überlebende reisen zurück

Die Österreicher sollen am Donnerstag in der Heimat eintreffen.

Nach dem Überfall auf eine vierköpfige österreichische Touristengruppe in Äthiopien, bei dem ein 27-jähriger Oberösterreicher aus dem Innviertel getötet worden ist, treten die Überlebenden offenbar heute, Mittwoch, die Heimreise an. Das hat die APA aus einer gut informierten Quelle erfahren. Das Außenministerium in Wien bestätigte diese Angaben vorerst allerdings nicht. Wann die Leiche des Getöteten in Österreich überstellt wird, ist derzeit noch unklar.

Außenamtssprecher Martin Weiss wollte sich gegenüber der APA auf keinen Zeitpunkt der Abreise festlegen. Die Österreicher seien im Begriff, die Rückreise anzutreten, und zwar "heute oder in den nächsten Tagen", erklärte Weiss. Details über die Abflugzeit, Flugnummer und den Ort der Ankunft nannte er nicht. Die Teilnehmer der Reise hätten gebeten, in Ruhe zu ihren Angehörigen zurückkehren zu können. Ein Medienandrang bei ihrer Ankunft solle vermieden werden.

Polizeibefragung

Die Behörden in Äthiopien haben Mordermittlungen eingeleitet. Die drei Österreicher, die den Überfall überlebt haben, seien von der Polizei über den Tathergang befragt worden, sagte Weiss. Die drei konnten eine Täterbeschreibung abgeben. Wie lange es dauert, bis die Leiche des Innviertlers obduziert und dann für die Überstellung nach Österreich freigegeben wird, ist noch offen. Die Botschaft in Addis Abeba habe sich intensiv um die neun Österreicher gekümmert und sie bei der Organisation der Rückreise unterstützt, hieß es aus dem Außenamt.

Die Gruppe, die aus insgesamt zehn Mitgliedern aus Salzburg und Oberösterreich bestand, hatte eine Schlauchboot-Tour am Blauen Nil unternommen. Vier Teilnehmer campierten in der Nacht auf Sonntag in unwegsamem Gelände in der Nähe von Bahir Dar, rund 570 Kilometer von Addis Abeba entfernt. In der Früh tauchten bewaffnete Unbekannte auf. "Plötzlich fiel ein gewollter, ein gezielter Schuss", schilderte ein Überlebender im Gespräch mit der APA. Für den 27-jährigen Innviertler kam jede Hilfe zu spät.

Zuflucht in der Felshöhle

Während die Täter Zelte zerschnitten und die Ausrüstung der Österreicher zusammenpackten, flüchteten die drei überlebenden Gruppenmitglieder. Sie versteckten sich zunächst in einer Felshöhle und schlugen sich dann zum nächsten Ort durch. Über Satellitentelefon kontaktierten sie die Österreichische Botschaft, die wiederum die örtlichen Behörden alarmierte.

Auf der Außenministeriums-Homepage wird anlässlich des Überfalls in Äthiopien darauf hingewiesen, dass bei Reisen abseits der traditionellen Touristenrouten genaue Erkundigungen über die Sicherheitslage im Einzelfall eingeholt werden sollten. Von Übernachtungen im Freien abseits von bewachten Anlagen und Trips ohne einheimische Reiseführer oder Sicherheitspersonal wird dringend abgeraten.

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