#Metoo-Affäre: Vogue-Chefin hält zu Frau Weinstein

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Anne Wintour hilft „brillanter Designerin“. Georgina Chapman beteuert, „sehr, sehr naiv“ gewesen zu sein

Monatelang hat sie geschwiegen, nun gab Georgina Chapman, die künftige Ex-Frau von Harvey Weinstein, der Vogue ein Interview. Sie sei „sehr, sehr naiv“ gewesen und habe geglaubt, „eine sehr glückliche Ehe zu führen“, sagt die Modedesignerin, die mit dem ehemaligen Filmmogul, dessen Firma in Konkurs ging, in Scheidung lebt.

Die 42-jährige, überaus ehrgeizige Georgina Chapman ist die Mitbegründerin des Modelabels Marchesa und hat sehr gut daran verdient, die Frau des mächtigsten Mannes Hollywoods zu sein. Denn bei den Red-Carpet-Events waren auffallend viele Schauspielerinnen in Marchesa-Kleidern aufgetreten, vor allem die sehr jungen Schauspielerinnen, auf die es ihr Mann offenbar abgesehen hatte.

Für viele Insider ist es schwer zu glauben, dass Georgina seit ihrer Hochzeit 2007 rein gar nichts mitbekommen hat und erst im Herbst 2017 aus allen Wolken gefallen sein will. Chapman sagte der Vogue, sie sehe sich selbst nicht als Opfer, brach aber in Tränen aus, als sie über ihren Sohn und ihre Tochter sprach. Diese würden ihren Vater weiter lieben. „Wie wird ihr Leben aussehen? Was werden die Leute zu ihnen sagen?“, fragte sie. Chapman will mit den Kindern nun auf einen Bauernhof im Bundesstaat New York ziehen.

Um ihr Label muss sie sich keine Sorgen machen, denn zu ihren wichtigsten Unterstützerinnen zählt die mächtige Vogue-Chefredakteurin Anne Wintour, die auch die Met-Gala in New York ausrichtet. Bei diesem gesellschaftlichen Höhepunkt trug am Montag Scarlett Johansson ein Marchesa-Kleid und Anne Wintour lobte dabei die „brillante Designerin“, die von Weinsteins Verhalten nichts gewusst habe. Sie „verdiene Mitleid und Verständnis“, schreibt Anne Wintour, der Meryl Streep in „Der Teufel trägt Prada“ ein Denkmal setzte.

Es ist wohl nur ein Zufall, dass Weinsteins Chefankläger in New York seinen Posten räumen muss. Auch ihm werden von vier Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Der Weinstein-Skandal löste die #MeToo-Debatte aus. 100 Frauen, darunter Stars, werfen dem 66-Jährigen vor, sie belästigt oder vergewaltigt zu haben.

( kurier.at , wf ) Erstellt am 11.05.2018