Chronik | Welt
18.07.2017

Split bleibt vom Feuer umzingelt

Kein Ende in Sicht. Der starke Wind erschwert die Löscharbeiten.

Über Split lag dichter schwarzer Rauch. Am Strand fiel das Atmen zeitweise schwer, weil der Wind den Rauch Richtung Meer und Strand getrieben hat. Bei Sirenengeheul und Straßensperren kommt keine Urlaubsstimmung auf. Denn ab Montag Mittag hat es auch noch Asche geregnet.

Das berichtete KURIER-Redakteurin Julia Schrenk aus der Gegend um Split. Alle Menschen starrten auf die Berge, wo die Feuersbrust zwischen Omis und Split 4500 Hektar Wald vernichtet hat, das ist eine Fläche von vier mal 14 Kilometern.

Montagabend erreichte das Feuer Vororte von Split, der zweitgrößten Stadt Kroatiens. Ein Einkaufszentrum musste evakuiert werden, mehrere Autos brannten aus. Auch die städtische Mülldeponie stand in Flammen. Erst mit Hilfe von 400 Feuerwehrmännern und 100 Soldaten konnte das Schlimmste verhindert werden. 160 Löschfahrzeuge waren im Einsatz.

Am Dienstag schien die Gefahr zunächst weitgehend gebannt, der Wind ließ nach und damit konnten die Löschflugzeuge ungehindert fliegen. Und sogar die Sonne konnten die Urlauber wieder sehen.

Keine Entwarnung

Doch der Gestank nach Verkohltem hing weiterhin in der Luft. Dann war wieder alles vorbei: Am Nachmittag loderten die Flammen erneut auf, erneut war die Stadt Split in großer Gefahr.

Es sind Eindrücke, die man normalerweise nicht von der Adriaküste kennt.

Mit Waldbränden kämpft man auch in anderen Regionen Dalmatiens, darunter auf der Insel Hvar, sowie weiter nördlich an der Küste bei Sibenik und Zadar.

Auf der Halbinsel Lustica an der Bucht von Kotor in Montenegro toben seit Sonntag heftige Waldbrände, mehrere hundert Einwohner mehrerer Dörfer sowie Touristen mussten evakuiert werden. Am Dienstag standen weitere Evakuierungen bevor. Starker Wind aus wechselnder Richtung erschwerte das Löschen.

Auch in Portugal, wo erst im Juni bei einem verheerenden Waldbrand 64 Menschen ums Leben kamen und mehr als 250 verletzt wurden, brachen neue Waldbrände aus. Diesmal im Norden und in der Mitte des Landes. Auch in Montenegro bleibt die Lage kritisch.

In Italien erschwerten anhaltende Sommerhitze und starker Südwind die Bekämpfung der Wald- und Buschbrände. Fast keine Region des Landes ist in diesem Jahr verschont worden. Im Pinienwald von Castelfusano, der als die "grüne Lunge" von Rom gilt, kämpften Einsatzkräfte weiter gegen mehrere Feuerherde.

Canadair-Flugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz, um die Flammen zu löschen, die auch vom Strand von Ostia zu sehen waren. Ein 22-Jähriger wurde wegen Brandstiftung festgenommen. Auch in Sizilien wurden Brandstifter verhaftet. Die Brände toben weiter: um Messina in Sizilien, in der Provinz Cosenza in Kalabrien und nahe der toskanischen Stadt Pistoia.