Chronik | Welt
12.12.2017

Gescheiterter Terroranschlag in New York: Suche nach Motiv

Trump will nach versuchtem Attentat in New York durch gebürtigen Bangladeschi strengere Zuwanderungsregeln.

Nach dem versuchten Terroranschlag nahe dem New Yorker Times Square mit vier Verletzten suchen Ermittler nach dem Motiv des Täters. Der 27 Jahre alte Mann hatte am Montag in der Früh (Ortszeit) zur Hauptverkehrszeit versucht, sich mit einer vermutlich selbst gebauten Rohrbombe selbst in die Luft zu sprengen.

Der Medienberichten zufolge aus Bangladesch stammende Mann sei "verärgert" gewesen und habe als Einzeltäter gehandelt, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo dem TV-Sender CNN. Der Täter sei "nicht wirklich Teil eines anspruchsvollen Netzwerkes gewesen", sagte Cuomo weiter. "Anscheinend ist er ins Internet gegangen und hat Informationen heruntergeladen, wie man eine Bombe baut."

Nach Medienberichten lebt der Mann seit 2001 in den USA und war im New Yorker Stadtteil Brooklyn zu Hause, wo viele Muslime leben. Zwischen 2012 und 2015 hatte er nach Angaben der New Yorker Transportbehörde eine Fahrerlaubnis zur Personenbeförderung in der Stadt.

In unterirdischem Verbindungstunnel

Der Anschlag ereignete sich in Manhattan, in einem unterirdischen Verbindungstunnel zwischen dem Busbahnhof Port Authority - mit fast 70 Millionen Passagieren pro Jahr der betriebsamste Busbahnhof der Welt - und der U-Bahn-Station Times Square, der belebtesten in ganz New York. Der Tatverdächtige erlitt bei der Explosion Brand- und Schnittverletzungen an Händen und Oberkörper, wurde festgenommen und ins Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei mit. Drei Passanten wurden leicht verletzt.

Täter wird befragt

Der Mann habe die vermutlich selbst gebaute Bombe am Körper getragen und bewusst gezündet, hieß es von der Polizei. Es sei ein eher amateurhaft zusammengebauter Sprengsatz gewesen, sagte Gouverneur Cuomo. Die Befragung und Untersuchung des Mannes liefen, hieß es von der Polizei.

Der Gouverneur betonte, New York sei ein Symbol für Freiheit und Demokratie. "Das macht uns zu einem Ziel", sagte er mit Blick auf mögliche Terroranschläge. "Das ist die Realität New Yorks." Er dankte Polizei und Rettungskräften für ihren Einsatz. Nur rund sechs Wochen zuvor hatte es in New York einen Terroranschlag mit einem Kleinwagen gegeben, bei dem acht Menschen getötet und elf verletzt worden waren.

Trump will härtere Gangart

US-Präsident Donald Trump nutzte den Vorfall, um für eine härtere Einwanderungspolitik zu werben. Der Kongress müsse das "laxe Einwanderungssystem reformieren, das es viel zu vielen gefährlichen und unzureichend überprüften Menschen ermöglicht, in unser Land zu gelangen", erklärte Trump wenige Stunden nach der Explosion in der New Yorker U-Bahn. Der US-Präsident verlangte, den Familiennachzug für Einwanderer abzuschaffen. Auch der mutmaßliche Attentäter von New York habe von dieser Regelung profitiert. Nach Medienberichten stammt der 27-jährige U-Bahn-Attentäter aus Bangladesch und reiste als Neffe eines US-Staatsangehörigen mit einem Visum ein. Zudem verlangte Trump mehr Personal für die Einwanderungsbehörden sowie möglichst harte Strafen für Terrorverdächtige - "bis hin zur Todesstrafe".