Chronik | Welt
16.11.2017

Am Brenner gefundener Migrantenbub kommt zu Pflegefamilie

Bisher gab es keine Spur von den Eltern des Kindes, das stark unterkühlt auf einem Zug in Richtung Österreich gefunden worden war.

Der fünfjährige Flüchtlingsbub, der am Montag zusammengekauert unter dem Flachwagen eines Güterzugs am Grenzbahnhof Brenner gefunden wurde, soll noch in dieser Woche zu einer Pflegefamilie kommen. Bisher gab es keine Spur von den Eltern des Kindes, das stark unterkühlt auf einem Zug in Richtung Österreich gefunden worden war.

Das Kind, das angegeben hatte, Anthony zu heißen, befindet sich noch im Krankenhaus von Brixen. Eine Dolmetscherin aus Sierra Leone versuchte von dem Buben Informationen über seine Familie zu erhalten. Laut der Tageszeitung Corriere della Sera soll der Fünfjährige gemeinsam mit seinen Eltern und einer Schwester unterwegs gewesen sein. Was mit den Angehörigen geschehen ist, ist bisher unklar.

Der Fünfjährige hatte eine rotblaue Tasche bei sich. Dokumente, die Informationen über die Familie liefern könnte, wurden keine gefunden.

"Die Ermittlungen führten bisher zu keinen Resultate", erklärte die Bozner Staatsanwältin für Minderjährige, Antonella Fava. Die Polizei hat ein Foto des Buben an Polizeistationen in ganz Italien gesendet. Bisher habe sich aber niemand bei der Polizei gemeldet. Das Kind sei gepflegt und wohlerzogen. Es spreche ein wenig Englisch und Italienisch.

Nicht ausgeschlossen wird, dass die Mutter das Kind verlassen haben könnte, um Kontrollen entlang der Bahnlinie zu vermeiden. Eine Möglichkeit sei auch, dass die Mutter während der Reise das Leben verloren habe.