Walt Disney World in Orlando, Florida

© APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

Florida
06/16/2016

Alligator tötete Kind: Disney sperrt Strände

Ein Taucherteam fand die Leiche des Kleinkinds in einer Disney-Hotelanlage in Florida.

Stundenlang verlief die Suche nach dem zweijährigen Buben, der vor den Augen seines Vaters mitten in einer Disney-Hotelanlage in Orlando von einem Alligator geschnappt und fortgerissen wurde. Die sterblichen Überreste des Kindes wurden schließlich am Mittwoch von einem Taucherteam aufgefunden. Disney schloss als Vorsichtsmaßnahme alle Strände von "Disney World". "Eine solche Attacke ist nicht zu überleben", sagte Sheriff Jerry Demings vor Medien am Mittwoch. Dutzende hatten den See über Nacht stundenlang abgesucht. Der Körper des Buben wurde nahe der Stelle gefunden, wo er ins tiefere Wasser gezogen worden war.

Für die Suche nach dem Kind setzten die Rettungskräfte Schallmessgeräte und Scheinwerfer ein, ein Hubschrauber kreiste über dem See. Feuerwehrleute standen am Ufer und suchten das Gewässer mit Infrarotkameras ab. Auch ein professioneller Alligator-Fänger war im Einsatz, wie der "Orlando Sentinel" berichtete. Vier Alligatoren wurden dem Bericht zufolge gefangen und untersucht, ohne dass zunächst eine Spur des Buben gefunden wurde. Letztlich wurde die Leiche am Rand des Sees entdeckt.

Vater kämpfte mit dem Tier

Der Bub gehörte laut "Orlando Sentinel" zu einer Familie aus Nebraska, die in der Anlage Ferien machte. Der Bub spazierte durchs seichte Wasser, als das Tier zuschnappte. Sein Vater versuchte vergeblich, sein Kind aus den Fängen des Alligators zu befreien. Er verletzte sich dabei am Arm. Auch die Mutter sei ins Wasser gegangen, habe sich jedoch von dem Tier ferngehalten. Die Hotelanlage ist über eine Hochbahn mit dem Vergnügungspark verbunden und gehört zum Disney-Konzern. Das Hotelmanagement zeigte sich von dem tragischen Unfall erschüttert. Laut Polizei hat es in der Umgebung bisher keinen ähnlichen Vorfall gegeben.

Die Ferienstadt Orlando wurde in den vergangenen Tagen von gleich mehreren dramatischen Vorfällen erschüttert. Am Wochenende attackierte ein mutmaßlich islamistischer Attentätermitten in der Innenstadt den Homosexuellen-Club "Pulse", schoss um sich und nahm Geiseln. 49 Menschen und der Täter wurden getötet. Zwei Tage zuvor war in Orlando die 22-jährige Sängerin Christina Grimmie, bekannt aus der Casting-Show "The Voice", nach einem Konzert erschossen worden. Der Täter nahm sich anschließend das Leben.
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