Chronik | Welt
19.06.2018

Österreichische Polizei klärt mit Europol Millionenbetrug

Großaktion in 28 Ländern: 20.000 Betrugshandelungen entdeckt, 200 Hausdurchsuchungen

20.000 mutmaßliche Bestellbetrügereien mit insgesamt acht Millionen Euro Schaden wurden von Europol (in Den Haag) unter der Führung des Bundeskriminalamts in Wien aufgedeckt. Weltweit wurden insgesamt 95 Personen festgenommen, 200 Hausdurchsuchungen durchgeführt und zahlreiche hochpreisige Waren sichergestellt.

Ausgegangen war die Aktion durch Anzeigen von 15 namhaften Firmen, darunter auch Logistikzentren. Insgesamt lief die Aktion in 28 Ländern, in Österreich wurden acht Verdächtige festgenommen und insgesamt 16 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Um diese Art des Betruges wirksam zu bekämpfen, wurde 2016 die erste Europol-Aktionswoche gegen Bestellbetrug initiiert, wird im Bundeskriminalamt betont. Heuer nahmen erstmals Länder in drei Kontinenten teil.

Die Ermittler habenverdächtige Lieferungen verfolgt und die Empfänger kontrolliert. Dabei wurden besonders Bestellungen mit missbräuchlich verwendeten Kreditkartendaten und Kauf auf Rechnung in Augenschein genommen."Es haben drei Logistikfirmen sowie zwölf Versandhändler an der bundesweiten Aktion teilgenommen", betont BK-Sprecher Vincenz Kriegs-Au.

Im Zuge der Ermittlungen wurden auch andere Straftaten wie Dokumentenmissbrauch, unterschiedliche Arten von Cybercrime und Geldwäsche aufgedeckt.

Tipps der Polizei-Kriminalprävention für sicheres Einkaufen im Internet:

• Testen Sie ob der Internet-Shop zu üblichen Geschäftszeiten telefonisch gut erreichbar ist. Macht der Kundenservice einen sachkundigen Eindruck?
• Nehmen Sie die Preisangaben näher unter die Lupe. Sind die Preise ohne weiteren Aufwand vollständig einsehbar und transparent? Kann man sofort Angaben zu Versandkosten finden? Gibt es eine Lieferkostenpauschale für die Bestellung mehrerer Artikel oder entfallen die Kosten ab einem bestimmten Warenwert? Und wenn Sie meinen, ein Schnäppchen im Ausland gefunden zu haben: Lauern hier eventuell horrende Versandkosten?
• Schauen Sie, ob die allgemeinen Geschäftsbedingungen leicht zu finden sind und informieren Sie sich besonders über Rücktritts- und Rückgaberechte.
• Vergessen Sie nicht: niemand hat etwas zu verschenken! Bei unrealistisch niedrigen Preisen ist doppelte Vorsicht geboten und eine Betrugsabsicht wahrscheinlich. Sie sollten den Shop wirklich gründlich "durchleuchten".
• Sollten Sie direkt online bezahlen, achten Sie darauf, dass die Übertragung verschlüsselt ist. Das erkennen Sie am https:// in der Adresszeile des Browsers sowie einem Vorhängeschlosssymbol beispielsweise am unteren Rand des Browserfensters.
• Je weiter die Entfernung, desto schwieriger ist es sich zu beschweren oder zu reklamieren: Bestellungen in anderen EU-Mitgliedstaaten können komplizierter werden, sind aber immer noch relativ sicher. Außerhalb der EU sollten Sie nur bestellen, wenn das Produkt nur dort erhältlich ist und es sich um ein bekanntes Unternehmen handelt.