Wie sich Europa gegen hybride Bedrohungen wappnet

In Helsinki entwickelt ein Zentrum der EU und der NATO Szenarien, wie Europa angegriffen werden - und sich verteidigen könnte.

Man stelle sich vor: In einem großen europäischen Staat bricht eine Epidemie aus, der Grippe nicht unähnlich. Doch der Virus ist unbekannt. Seine schlimmste Wirkung, die unbehandelt zu Tod führen kann, entfaltet er drei Wochen nach Ansteckung. Unaufhaltsam scheint das Land auf das Chaos zuzusteuern: Zu wenig Krankenhausbetten, Ärzte, Impfstoffe. Gleichzeitig tobt in den sozialen Medien der Sturm gegen die vermeintlich unfähige Regierung.

Die Wut in der Bevölkerung steigt, Proteste kommen auf; eine extrem-populistische Partei nutzt die Gunst der Stunde und gewinnt massiv an Zulauf.

Was ist tun? Und vor allem: Handelt es sich um eine Epidemie – oder sind die Vorgänge Teil eines koordinierten Angriffs eines unbekannten Gegners?

Fiktiv, aber gar nicht unwahrscheinlich ist dieses Szenario, wie es in Helsinkis Abwehr-Zentrum gegen hybride Attacken durchgespielt wird. In einer alten Brotfabrik ist es angesiedelt, das von EU und NATO gemeinsam betriebene Zentrum, das die europäischen Staaten gegen die modernsten Bedrohungen wappnen soll. Ganz oben auf der Themenliste stand dieses neue Gefahrenpotenzial am Donnerstag in Helsinki auch beim gemeinsamen Treffen der EU-Außen-und Verteidigungsminister.

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